Barntrup. Ein lauter Knall, zersplittertes Glas, Geldscheine wirbeln durch die Luft. Dann heulen Sirenen durch die Dunkelheit. In der Nacht auf den 7. Mai haben unbekannte Täter einen Geldautomaten in Barntrup gesprengt. Von den Räumlichkeiten der Filiale im Gewerbegebiet am Försterweg blieb nicht viel übrig. Das ist jetzt schon mehrere Wochen her und seitdem müssen die Bürger auf den Geldautomaten verzichten. Der nächste ist ein paar Minuten Fußweg entfernt. Aber im 21. Jahrhundert ist Bargeld doch kaum noch gefragt, oder? Die LZ hat sich vor Ort umgehört, ob der Automat seitdem vermisst wird. Einige bevorzugen Bargeld Viele der Befragten stört es nicht sonderlich, da heutzutage ohnehin vieles mit Karte bezahlt und beim nahe gelegenen Marktkauf auch ab einem gewissen Betrag Bargeld an der Kasse abgehoben werden kann. Für einige aber war die Sparkassen-Filiale eine gute Möglichkeit, um an Bargeld zu kommen. So erklären einige der Befragten, warum sie den Geldautomaten im Försterweg vermissen. Ein Mann aus Barntrup, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, findet es schade, weil das Bargeld ohnehin schon „ein Auslaufmodell ist“ und sieht es kritisch, dass durch viele Kartenzahlungen vermerkt werde, wann, wo, was gekauft wurde. Ariane (39) stört es, weil bei dem Geldautomaten die Parkplatzmöglichkeiten besser seien, als bei dem in der Bahnhofstraße/Mittelstraße. Hier müsse man an der Straße parken, wenn überhaupt etwas frei sei. Marie (17) findet den Wegfall des Automaten auch nicht gut: „Ich habe kein Online-Banking und habe dort immer mein Geld abgehoben“, sagt sie. Auch einige Mitarbeiter in Unternehmen, die in dem Gewerbegebiet arbeiten, stört der Wegfall des Automaten. Lukas (22): „Wenn man sich bei dem Imbiss auf dem Parkplatz in der Mittagspause eine Pommes holen möchte, kann man ja nicht mit Karte zahlen, deswegen war der Geldautomat schon ganz gut. Jetzt muss ich im Zweifelsfall am Tag vorher oder vor der Arbeit noch mal schnell zum Geldautomaten, wenn ich in der Pause dort was essen möchte“, sagt er. Täter weiter auf der Flucht Laut der Pressestelle der Polizei Bielefeld, die für die Ermittlungen zuständig ist, gebe es unterdessen noch keine neuen Erkenntnisse oder Informationen zu den Tätern. Die Ermittlungen dauern an, heißt es auf Nachfrage. Oliver Bekiersch, Pressesprecher der Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter, erklärte bereits kurz nach der Tat, es gebe Überlegungen, wie sich der Standort am Försterweg umgestalten lasse. Wie genau das aussehen könnte, ließ er allerdings noch offen. Dass ein neuer Geldautomat allerdings nicht mehr in den Räumen von KEB untergebracht werden könne, erklärte das Unternehmen bereits einen Tag nach der Sprengung auf Anfrage. Man werde den bisher von der Sparkasse genutzten Raum wieder instandsetzen und dann intern nutzen, hieß es dazu. Inzwischen ist allerdings klar, dass die Sparkasse in Barntrup einen sogenannten Stand-Alone-Automaten, also einen Automaten, der nicht mehr in einem bestehenden Gebäude untergebracht ist, aufstellen will. Laut Oliver Bekiersch gibt es mit dem allerdings Lieferschwierigkeiten, so dass noch kein Zeitraum genannt werden kann.