Barntrup. Egal ob es um Lehrmethoden, Digitalisierung oder Schülerzahlen geht: Bildungseinrichtungen sind stetig im Wandel. Wie es derzeit um die Von-Haxthausen-Grundschule in Barntrup steht, hat Schulleiterin Christina Topolski in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses berichtet. „Wir konzentrieren uns sehr auf die Unterrichts- und Schulentwicklung“, erläutert Topolski. Dem Anspruch auf individuelle Förderung, den jedes Kind laut Gesetz hat, „etwas näherzukommen“, sei in den vergangenen Jahren ein wichtiger Punkt in der Arbeit des Kollegiums gewesen. Dass sich die Kindheit selbst und auch die Bestimmungen zum Schutze der Kinder verändert hätten, mache es nötig, dass sich auch die Schule verändere. „Wir hören oft, dass es früher doch auch ging“, sagt Topolski. Dabei werde häufig vergessen, dass diejenigen, die früher Probleme in der Schule hatten, heute meist nicht diejenigen seien, die die Bildungslandschaft mitgestalten. Gerade deshalb müssten auch die Umstände derer, bei denen nicht alles optimal laufe, berücksichtigt werden. Wenn es um individuelle Förderung gehe, würde häufig die Frage gestellt, wann sich diese in den Noten eines Kindes widerspiegeln würde. „Da kann ich nur sagen, dass ich nicht weiß, wann die Noten besser werden und, ob es das ist, was für die Kinder am Ende wichtig ist“, erläutert die Schulleiterin. Mit dem arbeiten, was man hat Zwar wünsche sie sich mehr Geld und eine bessere personelle Ausstattung für ihre Schule, doch in der Zwischenzeit sei es ihr Ansatz, mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen, Verbesserungen für die Kinder zu erzielen. „Wir stellen die Kinder in den Mittelpunkt und wertschätzen die Vielfalt, die wir haben“, so Topolski weiter. Oft könne man nicht genau sagen, was ein Kind zu Hause erlebe, welche Aufgaben es dort bereits übernimmt, oder ob es mit leerem Magen in die Schule kommt. Deshalb sei es wichtig, den Kindern Verantwortung und Selbstwirksamkeit nahezubringen und ihnen dabei zu helfen, herauszufinden, wo ihre Stärken und Schwächen liegen, damit sie die Grundschule gestärkt und resilienter verlassen können. Deshalb habe sich das Kollegium einen guten Fahrplan überlegt, um besser auf die Kinder eingehen zu können. Dafür müsse man sich mit dem Lehrmaterial, dem Lernumfeld und dem eigenen Verhalten als Lehrer auseinandersetzen. Ein Beispiel sei dabei das Thema flexibles Sitzen im Klassenraum. „Wir haben beschlossen, dass es diese Möglichkeit in jedem Klassenraum gibt. Die Lehrkraft entscheidet im Rahmen ihrer pädagogischen Freiheit, wann sie es einsetzt“, berichtet die Schulleiterin. Topolski verweist darauf, dass es für Erwachsene häufig die Möglichkeit gibt, den Arbeitsplatz den eigenen Bedürfnissen anzupassen - zum Beispiel durch höhenverstellbare Schreibtische, spezielle Stühle oder die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten. Deswegen werde versucht, auch den Kindern bestimmte Optionen zu geben und ihnen in einem gewissen Rahmen zu ermöglichen, den Platz im Klassenraum zu wechseln. Wie gut einzelne Ansätze funktionieren, werde in den Konferenzen reflektiert. Lernziele selbstständig erreichen Zudem werde es den Kindern ermöglicht, bestimmte Lernziele auf dem für sie besten Weg anzugehen. Dafür werden mittels eines Plans Ziele definiert und dann verschiedene Aufgaben zur Verfügung gestellt, um diese zu erreichen. Dabei gibt es auch immer Pflichtelemente, die alle Kindern bearbeiten müssen. Einiges an Arbeitsmaterial wird auch digital zur Verfügung gestellt und bearbeitet. In Sachen Lernzielkontrolle hofft Topolski auf mehr Flexibilität, sodass die Kinder diese eines Tages dann ablegen können, wenn sie auch so weit sind. Die Schule nutzt die Plattform iServ, die den Aufbau eines Schulnetzwerks samt Webportal ermöglicht. Eltern können dort ihre Kinder zum Beispiel morgens krankmelden, statt in der Schule anzurufen. Für jede Klasse gibt es einen Koffer mit 20 iPads und ein Prowiseboard, also ein interaktives Whiteboard, das Präsentations- und Kollaborationsmöglichkeiten bietet. In den nächsten Jahren rechnet Topolski damit, das in jedem neuen Schuljahr etwas 100 Kinder, verteilt auf vier Klassen eingeschult werden. Dabei soll immer eine Klasse in Alverdissen und sollen drei Klassen in Barntrup gebildet werden. Die Größe der Klassen soll möglichst ähnlich bleiben. Die Verteilung der Kinder werde gemeinsam mit den Eltern abgestimmt .