Kreis bietet Unterstützung: Schausteller organisieren Wilbaser Markt

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Wilbasen soll in diesem Jahr wieder stattfinden - wenn auch in anderer Form. - © Archivfoto: Torben Gocke
Wilbasen soll in diesem Jahr wieder stattfinden - wenn auch in anderer Form. (© Archivfoto: Torben Gocke)

Kreis Lippe. Für die großen Volksfeste in Lippe sieht es gut aus in diesem Jahr. Der Kreis Lippe hat den Schaustellern für Wilbasen angeboten, in Eigenregie ein Konzept zu entwickeln, damit das Fest am zweiten Septemberwochenende stattfinden kann. Ziemlich sicher ist zudem, dass Anfang Oktober in Lage Reinholdi über die Bühne gehen kann. Bezüglich Kläschen ist Lemgo in der Abwägung, aber optimistisch, und eine Andreasmesse ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung seien in die Bewältigung der Corona-Pandemie eingebunden, weswegen der Kreis nicht wie gewohnt als Veranstalter auftreten könne, teilt der Kreis mit. „Ich danke den Schaustellern, dass sie die Rolle übernehmen. So kann der traditionsreiche Wilbaser Markt 2021 hoffentlich wieder stattfinden, wenn auch unter Corona-Bedingungen", erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann. Und Antonio Noack, Vorsitzender des Vereins lippischer Schausteller, sagt: „Für uns besteht so die Möglichkeit, nach über 18 Monaten Zwangspause ein Stück weit zurück in die Normalität zu gehen, wenn auch unter besonderen Bedingungen. Auch ist es uns Schaustellern wichtig, unseren Besuchern ein wenig Lebensfreude zurückzubringen."

Es gelte nun, zeitnah Konzepte zu entwickeln, die die Vorgaben der Coronaschutzverordnung berücksichtigen. Das könnten beispielsweise Begrenzungen der Besucherzahl oder Einlasskontrollen sein, Testmöglichkeiten vor Ort oder auch Besucher-Apps. Noack schildert: „Zum Beispiel wird Wilbasen sicherlich kleiner werden als bisher." Auch müsse man im Bereich der Gastronomie darüber nachdenken, mehr mit Biergarten-Atmosphäre statt mit dem Partyzelt zu arbeiten sowie die Öffnungszeiten anpassen. Noack: „Hygienekonzepte haben wir Schausteller ja schon sehr lange. Sie müssen jetzt flexibel an die jeweiligen Inzidenzwerte angepasst werden – es wird alles von den Zahlen abhängen." Denn bei Werten unter 35 würden ganz andere Regeln gelten, als bei Werten unter 50. Es sei nicht einfach, das zu konzipieren, aber es solle ja sicher und schön für alle sein – für Besucher und Beschicker.

So könnte es aussehen

Hier schlägt Adolf Steuer ein, der als Reinholdi-Marktmeister seit einiger Zeit in den Abstimmungen für die Oktober-Kirmes in Pottenhausen steckt. Abstand halten, Maskenpflicht, ein Testzentrum am Eingang, zentrale Essbereiche, weniger Fahrgeschäfte und Buden: So könnte es aussehen. „Zu 99 Prozent", sagt Steuer, „machen wir Reinholdi in diesem Jahr." Auch er betont: „Es hängt alles von den Zahlen ab." Und das Fest werde anders aussehen, als gewohnt – zum Beispiel, was die Anzahl und die Stellflächen der Buden und Karussells angeht. Außerdem müsse man nun Mitarbeiter gewinnen. Viele seien in den letzten eineinhalb Jahren in andere Berufe abgewandert und es gelte, die Karussells zu besorgen.

Die Schausteller, schildert außerdem Tanja Schröder von der Pressestelle der Stadt Lemgo, seien zudem sehr an Kläschen in diesem Jahr interessiert. Die Stadt ebenfalls. Noch sei man in der Abwägung, aber verhalten optimistisch, dass es diesem Winter Kläschen geben kann – natürlich unter Corona-Bedingungen und eventuell etwas anders, als gewohnt. Und zur Andreasmesse sagt Bürgermeister Frank Hilker vorsichtig: „Wir müssen sehen, wie wir sie zu dem betreffenden Zeitpunkt corona-gerecht umsetzen könnten."
Landrat Dr. Axel Lehmann betont: „Ich begrüße die Öffnungsperspektive für Schausteller und Marktbeschicker, die nach Monaten ohne wirtschaftliche Betätigung jetzt wieder die Planung für ihr Kerngeschäft hochfahren können."

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