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Prävention

Blomberger Hortkinder begegnen Gefahren im Internet

Blomberg. Wie lernen Kinder einen angemessenen Umgang mit Smartphone, Tablet, Laptop, Spielkonsole und Co? Durch Schulung und eine intensive Beschäftigung mit den Risiken, meinen die Teammitglieder im Blomberger Hort des Kinderschutzbundes. Und dank einer Spende des Soroptimisten-Clubs Detmold konnten sie jetzt mit 14 Hortkindern im Grundschulalter das Medientraining nach dem „kleinen Webcoach“ aus der Feder von Medienpädagogin Sabine Schattenfroh in Angriff nehmen.

20 Webcoach-Arbeitshefte hat die Einrichtung im Blomberger Paradies von den Soroptimistinnen bekommen, Hefte, mit denen nicht nur die Mädchen und Jungen arbeiten dürfen, sondern die gesamte Familie.

Fünf Monate Training

14 Hortkinder haben bislang über einen Zeitraum von fünf Monaten regelmäßig an dem Projekt teilgenommen und mit vier Teammitgliedern des Hortes in kleinen Gruppen die Inhalte des Webcoaches erarbeitet.

„Mit einer Bundesfreiwilligendienstlerin, einem Studenten der sozialen Arbeit, einem Auszubildenden im dritten Ausbildungsjahr zum Erzieher und einer Erzieherin konnten wir auf Augenhöhe auf die Fragen, Sorgen und Bedürfnisse der Kinder eingehen“, berichtet Marion Rekemeier vom Hort. „Wir haben uns ausreichend Zeit genommen, die unterschiedlichen Aufgaben im Webcoach mit den Kindern zu lösen.“

Bei einzelnen Themen sei es ganz wichtig gewesen, die individuellen Erfahrungen der einzelnen Kinder ausführlich zu besprechen. Besonders die Sicherheit im Internet sei eines der zentralen Themen gewesen. Die Kinder beschäftigten sich mit Fragen wie: „Wie generiere ich ein sicheres Passwort?“ und „Wie kann ich Cybermobbing entgegenwirken?“

Schatzsuche im Netz

Antworten auf diese Fragen konnten die Kinder unter anderem bei der Bearbeitung der Aufgaben im Webcoach sammeln. Dabei lernten sie spielerisch, wie sie geschützt ins Netz gehen können und wie und wo sie Hilfe und Unterstützung bei Streit und Mobbing finden. Im Zuge dessen durften sie auch in die Welt des Internets eintauchen. Dabei entdeckten sie Schätze im Netz wie sichere Suchmaschinen, Spiele und Lernseiten.

„Wir haben gemeinsam Aufgaben gelöst, im Internet recherchiert, über Texte und Bilder diskutiert und vieles mehr. Zum Abschluss beantworteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Fragebogen und erhielten zur Belohnung eine Urkunde.“

Eltern springen mit ins Boot

Doch dabei blieb es nicht: „Die Eltern haben wir während des Projekts in Gesprächen in die Themen einbezogen, wobei die ,kleinen Webcoachs’ als Experten ihren Mamas und Papas zum Abschluss bei einem Eltern-Kind-Nachmittags-Treff stolz ihre erarbeiteten Fähigkeiten präsentieren durften“.

Eltern und Kinder hätten sich an diesem Nachmittag intensiv mit den von den Kindern gelösten Aufgaben beschäftigt. „Es wurde nicht über die Medienkompetenz der Kinder gesprochen, sondern mit ihnen. Jede Familie saß zusammen und wurde bei dem Austausch über die erarbeiteten Themen vom Coaching-Team des Hortes begleitet.“

Der medienpädagogische Eltern-Kind-Nachmittag sei der Auftakt für eine Weiterarbeit mit dem kleinen Webcoach in den Familien gewesen. „Denn das Über-die-Schulter-Schauen und das Miteinander-Reden und ?-Verhandeln ist mit das Wichtigste beim Umgang mit den Medien in der Familie.“ Weil all das so gut angekommen ist und Früchte getragen hat, soll das Projekt nun kontinuierlich weitergeführt werden. „Eine neue Gruppe mit vier Kindern ist bereits gestartet. Weitere Gruppen sind in Planung.“

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