Blomberg. An der Grundschule am Weinberg ist ein bedrohlicher Vorfall offenbar noch Wochen später Thema bei einzelnen Eltern. Mitte September gab es an den Schulcontainern im Paradies einen Polizeieinsatz. Einzelne Erziehungsberechtigte meldeten sich bei der LZ, sie vermissen eine offene und transparente Kommunikation in dem Fall. Die Schulleitung weist die Kritik zurück. Der Fall sei mit den betroffenen Kindern und Eltern sowie allen Viertklässlern ausführlich besprochen worden. Zudem habe die Schule Konsequenzen gezogen, um die Sicherheit für Schüler zu erhöhen. Doch der Reihe nach: Bekanntlich sind die Viertklässler der Grundschule am Weinberg seit mehr als einem Jahr provisorisch für die Zeit des Neubaus in Containern am Jugendzentrum (JUZ) untergebracht. Die Schüler nutzen die Toilettenräume im Jugendzentrum - eine praktikable Lösung. Gleichwohl: Zwischen Jugendzentrum und Containern verläuft auch ein öffentlicher Geh- und Wanderweg, der vom Weinberg hinunter ins Paradies und von dort weiter zum alten Waschhaus an der Holstenhöfener Straße führt. Die Strecke ist sehr beliebt bei Blombergern und Wanderern. Betrunkener pöbelt Am 10. September bekamen drei Grundschüler beim Gang zur Toilette einen ordentlichen Schreck. Um kurz nach 9 Uhr pöbelte ein betrunkener Mann die Viertklässler an. Er habe sie beleidigt, sei aggressiv aufgetreten und habe mit Gewalt gedroht. So haben es die Kinder und zwei Reinigungskräfte, die glücklicherweise zu dem Zeitpunkt im Jugendzentrum waren, der Polizei geschildert. „Es fielen Sätze wie: ’Kommt her, wenn ihr euch traut’ und ’Ich zeig euch meine Fäuste’“, fasst Polizeisprecherin Dr. Laura Merks einige Drohungen des Mannes zusammen. „Er war wohl betrunken und hat den Kindern Angst gemacht.“ Die eingeschüchterten Kinder rannten ins Jugendzentrum. „Da der Mann weiter randalierte, habe ich die Polizei gerufen“, berichtet Konrektorin Claudia Pilch. Als die Beamten rund 20 Minuten später eintrafen, war der Unbekannte bereits verschwunden. Eine der Reinigungskräfte hatte ein Bild mit ihrem Smartphone vom Verdächtigen gemacht, das sie den Polizisten zeigte. Die Beamten suchten in der Umgebung nach dem Mann, fanden ihn zunächst nicht. Nachdem die Anzeige aufgenommen wurde, endete der Polizeieinsatz um kurz nach 10 Uhr. Noch am selben Tag wurde der Mann in Innenstadtnähe aufgegriffen. Obdachloser aus Emden Es handelt sich nach Angaben von Dr. Laura Merks um einen 47 Jahre alten Mann, der gebürtig aus Emden kommt. „Der Mann hat seit Längerem keinen festen Wohnsitz und war offenbar auf der Durchreise.“ Was genau der Obdachlose am Jugendzentrum zu suchen hatte, bleibt unklar. „Der Fall ist für die Polizei abgeschlossen“, sagt Merks. Die Akte ist zur Staatsanwaltschaft Detmold gegangen. Ob es zu einer Verurteilung des Mannes kommt, bleibe abzuwarten. Offenbar hatte es in Elternkreisen Gerüchte über körperliche Übergriffe gegeben. Doch die weist die Polizei zurück. Schule zieht Konsequenzen Die Schule hat aus dem Fall direkte Konsequenzen gezogen, um die Kinder noch besser zu schützen. Die Türen zum Schulcontainer sind ohnehin immer abgeschlossen, damit Fremde nicht einfach ins Gebäude gelangen können. Das ist nun auch im Jugendzentrum der Fall. „Wir haben nun Schlüssel für die Toilettenräume bekommen und das Jugendzentrum ist grundsätzlich abgeschlossen. Das war vorher nicht der Fall. Die Kinder nehmen die Schlüssel für die Toilettenräume mit, schließen auf und können sich dort auch einschließen“, erklärt Pilch. Schon vor dem Vorfall durften die Schüler nur zu zweit auf Toilette gehen. „Das ist nach wie vor so“, bestätigt Pilch. „Unsere Lehrkräfte haben mit den betroffenen Kindern und ihren Mitschülern über den Fall gesprochen und sie sensibilisiert“, ergänzt die Konrektorin. Eine Information an alle Eltern über diesen speziellen Vorfall hat es aber nicht gegeben. Pilch versichert, dass in ähnlichen Situationen die Schule zeitnah über einen digitalen Elternbrief informiert habe. Das bestätigten auch andere Eltern gegenüber der LZ. Zudem stehe die Schulsozialarbeiterin allen bei Redebedarf zur Verfügung.