Blomberg. Wenn es heikel wird, dann muss die Kommune was tun. Das sagt sich auch Blombergs Bürgermeister Christoph Dolle: „Aufgrund der aktuellen und anhaltenden Glättesituation“ hat er angeordnet, dass im gesamten Stadtgebiet auch die Nebenstraßen geräumt und gestreut werden. Wer sich nun freut, den städtischen Service vor der eigenen Haustür zu genießen, muss sich im Klaren sein: Ein Dauerzustand wird das nicht. Denn danach gilt weiterhin das reguläre Schema, in dem die meisten Nebenstraßen nicht geräumt werden. „Die Stadtverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass es nicht dem Regelfall entspricht, Nebenstraßen im Rahmen des Winterdienstes zu räumen. Eine Räumung der Nebenstraßen erfolgt ausschließlich unter besonderen Witterungsbedingungen und nur dann, wenn eine entsprechende Räumstufe ausgerufen wird“, schreibt die Stadt in ihrer Pressemitteilung. Dass es überhaupt jetzt zu dieser Maßnahme kommt, erklärt Bürgermeister Christoph Dolle auf Nachfrage der LZ so: „Üblicherweise, bei leichterem Schneefall, funktioniert es, dass wir die Nebenstraßen nicht räumen. Wenn die Bürger ihrer eigenen Räumpflicht nachkommen und ein 1,50 Meter breites Stück räumen, funktioniert das recht gut.“ Flächendeckende Vereisung der Fahrbahn Doch genau das war diesmal nicht mehr zu schaffen: „Uns haben zahlreiche Hinweise und Anrufe aus der Kernstadt und den Ortsteilen erreicht. Es war ja wirklich flächendeckend stark vereist. Wir hatten Sorge, dass hier auch die Müllabfuhr und die Rettungsdienste nicht mehr durch die Nebenstraßen kommen würden, darum haben wir jetzt den Räumdienst ausgeweitet.“ Üblicherweise kümmert sich die Stadt nur darum, besonders gefährliche Stellen zu sichern, also Steigungen, Kreuzungen und Brücken sowie die Hauptverkehrsstraßen und wichtige Verbindungsachsen zu räumen. Beispielsweise wird normalerweise auf dem Hamburger Berg die Märkische Straße geräumt, Nebenstraßen wie die Wittenauer Straße eher nicht. Doch gerade dort hat sich auf der Fahrbahn ein richtiger Eispanzer gebildet - eine außergewöhnliche Glättelage, der der Räumdienst hier wie auf anderen Nebenstraßen zu Leibe rückt. Das gilt beispielsweise auch einige Straßenzüge auf Bexten, so wie im Goetheweg. Noch ist eine Extremwetterlage, wie sie 2010 auftrat, glücklicherweise nicht in Sicht. Damals war Blomberg flächendeckend unter Schneemassen begraben, sodass die Stadt und ihre Lohnunternehmer die weiße Pracht lastwagenweise aus der Kernstadt karren mussten. Aber wenn vom üblichen Räumschema abgewichen wird wie in diesen Tagen, hat der Bauhof überhaupt genügend Kapazitäten? - „Wir machen das ja nicht allein“, sagt Oliver Lippert vom Fachbereich Bauen und Planen. Während der Bauhof sich vor allem um die Räumung in der Kernstadt kümmert, sind in den Ortsteilen externe Dienstleister unterwegs. Fahrbahn nicht zuparken Allerdings haben die Mitarbeiter es nicht allerorten einfach: „Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass der Räum- und Streudienst nur dort effektiv arbeiten kann, wo Straßen, Nebenstraßen und Wendehammer nicht durch parkende Fahrzeuge blockiert sind. Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer werden daher dringend gebeten, die Straßen freizuhalten. Bereits am gestrigen Tag konnten in mehreren Bereichen Nebenstraßen nicht geräumt werden, da diese zugeparkt waren“, heißt es in der Pressemitteilung dazu. Und auch wenn die städtischen Mitarbeiter und die externen Dienstleister Schnee räumen: Nach wie vor sind die Bürgerinnen und Bürger verpflichtet, auch selbst zur Schaufel und zum Besen zu greifen: Insbesondere in Nebenstraßen ist jede Grundstückseigentümerin und jeder Grundstückseigentümer verpflichtet, mindestens 1,50 Meter Gehwegbreite vor dem eigenen Grundstück von Schnee und Eis zu befreien.Allerdings: „Der geräumte Schnee darf nicht auf die Fahrbahn geschoben werden, sondern ist auf dem eigenen Grundstück zu lagern.“ Die Stadtverwaltung bitte alle Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe und Verständnis, „um gemeinsam für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum zu sorgen“. Die Blomberger Räum- und Streustufen im Überblick: Stufe 1: Sicherung besonders gefährlicher Stellen (z. B. Steigungen, Kreuzungen, Brücken).Stufe 2: Räumung und Streuung der Hauptverkehrsstraßen sowie wichtiger Verbindungsachsen.Stufe 3: Zusätzlich Räumung und Streuung der Nebenstraßen (nur bei außergewöhnlicher Glättelage). Stufe 4: Umfassender Winterdiensteinsatz in allen Straßenbereichen bei extremen Wetterlagen.