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Detmold

Havard-Studium eröffnet Detmolder viele neue Perspektiven

Detmold. Schon als Schülersprecher und in den Jahren danach hat Jan Schmelter Veranstaltungen zur Vorbereitung auf das Studium und zur Berufsfindung organisiert. Jetzt hat unsere Zeitung ihn nach seinen Eindrücken am Ende seines Masterstudiums an der Harvard Business School gefragt, das er im Mai 2022 mit Auszeichnung abgeschlossen hat.

Keine klassischen Vorlesungen

„Was macht das Studium dort so besonders?" „Es sind mit Sicherheit die vielen unterschiedlichen Perspektiven, die Studentinnen und Studenten aus der ganzen Welt, aus unterschiedlichen Industrien und aus verschiedenen Verhältnissen mitbringen. Da es an der Harvard Business School keine klassischen Vorlesungen gibt, sondern die Studenten Cases, also Fallstudien, diskutieren, sind diese diversen Sichtweisen ganz besonders wichtig.

Letztendlich sind die tollen Ressourcen - von beeindruckenden Professoren, über einen traumhaften Campus bis hin zu Start-Up Labs - gleichzeitig ein Privileg und eine Verpflichtung, die Möglichkeiten zu nutzen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Ganz getreu der Mission der HBS ,to educate leaders who make a difference in the world´", resümiert der ehemalige Schüler des Leopoldinums.

Nach seinem Abitur 2014 am Leopoldinum in Detmold hat Jan Schmelter als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes sein Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg aufgenommen. Ein Semester davon studierte er in San Diego an der University of California. Nach dem Bachelor arbeitete er als Prozessplaner drei Jahre für Mercedes in Ungarn, von wo er betriebsbedingt auch nach Japan und China sowie zweimal für mehrere Monate nach Mexiko ging.

Für sein Masterstudium bewarb er sich an der Universität von Harvard in Boston/Massachusetts. In seinem Jahrgang wurden an der Harvard Business School (HBS) von 9304 Bewerbern 730 zum Studium zugelassen, darunter 33 Prozent internationale Studenten, elf aus Deutschland.

Anstrengende Studientage

Wie intensiv und anregend ein Studientag in Harvard sein kann, hat der Detmolder an einem Beispieltag aus dem ersten Semester darzustellen versucht. Am Vorabend lesen die Studenten zwei oder drei etwa 15-seitige „Cases", also Texte zu einem unternehmerischen oder ökonomischen Problem. Morgens besprechen sie dann in einer Gruppe von sechs Studenten ihr Verständnis und ihre Fragen zu dem Case.

Darauf folgen die eigentlichen, 80-minütigen Case-Diskussionen in einer Gruppe von 70 bis 90 Studenten, moderiert und geleitet von einer Professorin oder einem Professor. Oft sind Case Protagonisten, wie Gründer oder CEOS, selbst zu Gast. Für Jan Schmelter hat der Studienaufenthalt in Harvard viele neue Perspektiven eröffnet – beruflich, aber vor allem im Sinne der vielen interessanten Herangehensweisen seiner Kommilitonen.

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