Detmold. Die Kultur- und Freizeitangebote in Detmold sind vielfältig und werden von den Bürgern geschätzt. Das zeigt auch das Ergebnis Detmolds im Lippe-Check. Die 3034 Teilnehmer aus Detmold bewerteten Detmold in der Kategorie „Kultur und Freizeit“ durchschnittlich mit 7,51 von 10 Punkten. Beim Blick auf die Verbesserungsvorschläge der Teilnehmer wird aber deutlich: An der ein oder anderen Stellschraube kann noch gedreht werden. Allem voran der Wunsch nach einem Kino tauchte immer wieder auf. Gut, dass sich hier hinter den Kulissen gerade so einiges tut. Lesen Sie auch: 12.000 Euro für die Wiedereröffnung von Detmolder Kultkino „Detmold braucht ein Kino“: Kaiserhof am Bahnhof zeigt wieder Filme So bewegt ist die Geschichte des Kaiserhof-Kinos in Detmold Der Verein Kino und Kultur Detmold e.V. (KKD) arbeitet seit einiger Zeit daran, das frühere Kaiserhof-Kino am Bahnhof wieder aufleben zu lassen. Jetzt hat der Verein Einblicke über den aktuellen Stand der Renovierung des Kinos geliefert - bei einem „Tag der offenen Tür“ für die Mitglieder des Vereins. Die LZ war dabei. Umbau ist in vollem Gange Noch ist vieles krumm und schief, kaputt und staubig, hieß es schon in einer Ankündigung des KKD. Dieser Eindruck bestätigte sich am Sonntag beim Rundgang über die Baustelle. Dabei gab es interessante Einblicke und Ausblicke zu den noch laufenden Baumaßnahmen des Kinos. Der Verein KKD besteht nun seit gut einem Jahr. Damals, als die Schließung des Kinos durch den vorherigen Betreiber bekannt wurde, waren es ein paar wenige, die die Initiative ergriffen und sich als Verein zusammenschlossen, mit dem Ziel, das Kino nicht nur zu erhalten, sondern es auch als solches wieder in Betrieb nehmen zu wollen. Seitdem ist viel passiert. Um die Initiatoren hat sich mittlerweile eine Gruppe von rund 30 Kinofans zusammengetan, die sich am Projekt „Kaiserhof+“ aktiv beteiligen und das Kino wieder zum Leben erwecken wollen. Auch die Zahl der Vereinsmitglieder ist seit der Gründung stetig gestiegen. „Der Zuspruch ist enorm groß“, erzählt Kerstin Böttcher, eine der Initiatorinnen, während sie eine kleine Gruppe über die Baustelle führt. Das Ziel, bis zum Frühjahr die nötige Investitionssumme in Höhe von 150.000 Euro zu bekommen, ist, dank der Spenden und Förderungen, fast erreicht. Die „Kinder- und Jugendstiftung Lippe“, die auch Eigentümerin der Immobilie ist, hat großes Interesse daran, dass das Kino wieder in den Betrieb geht. Mit einer Förderung von rund 100.000 Euro tragen sie einen großen Teil der Baukosten. Weitere Fördermittel gibt es von Förderungsanstalten für Film und Kino und anderen Institutionen „Doch auch viele Firmen und Privatpersonen unterstützen uns mit ihren Spenden, sei es in Form von Geld, Sachgegenständen oder Dienstleistungen“, freut sich Böttcher, die selbst Innenarchitektin ist und an den Plänen der räumlichen Gestaltung des Kinos mitgearbeitet hat. Technik ist schon vorhanden Noch scheint alles eine einzige Baustelle zu sein, doch das täuscht. So ist die Technik, die benötigt wird, um Filme vorzuführen, schon da. „Dank der Unterstützung des „Rhythmus Filmtheater“ in Schloß Holte-Stukenbrock, ebenfalls ein Verein, haben wir einen erfahrenen Kinotechniker an unserer Seite, der uns mit Rat und Tat unterstützt“, erklärt Kerstin Böttcher. Auf die Frage hin, wie sich die Zukunft des Kinos gestalten soll, hat der Verein eine klare Vorstellung. „Wir wollen etwa drei bis vier Vorstellungen pro Woche zeigen“, erklärt Boris Römer, einer der Unterstützer der ersten Stunde. Dies sei auch notwendig, um die Kosten für den Betrieb zu decken. „Geplant sind, neben Blockbustern auch Arthouse- und spezielle Jugend- und Kinderfilme vorzuführen.“ Da auch Veranstaltungen wie Lesungen, Theateraufführungen und Konzerte im Kaiserhof stattfinden sollen, soll der Kinosaal so eingerichtet werden, dass eine flexible Nutzung möglich ist. Die erste Inbetriebnahme des Kinos ist für den Sommer geplant. Da findet in Detmold wieder das „International Shortfilm Festival“ statt. Bis dahin wird zwar noch nicht alles ganz fertig sein, „aber dann werden wir halt improvisieren“, blickt Kerstin Böttcher positiv in die Zukunft. Wann es einen regulären Betrieb geben kann, steht noch nicht fest.