Detmold. Das Verkehrskonzept in Detmold soll voraussichtlich stufenweise umgesetzt werden – und der Beschluss dazu erfolgt auch in Stufen. Der Rat hat sich in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit dem Thema befasst, stimmt aber erst im September darüber ab. Mit sich könnte ein Beschluss bringen, dass demnächst die Exter- und die Krumme Straße Teil der Fußgängerzone werden. Schon im Vorfeld hatten CDU und FDP den Plan kritisiert. Die Grünen und die SPD wollen das Konzept in Stufen umsetzen und die bereits gefassten Beschlüsse zur Umwandlung von Krummer- und Exterstraße zur Fußgängerzone umsetzen. „Erklärtes Ziel des Parkraumkonzeptes ist“, schilderten die Grünen und die SPD in ihrem Antrag, „unter anderem die deutliche Reduzierung von Autos im Straßenraum der historischen Innenstadt, um so die Aufenthaltsqualität für Bewohner, Besucher und Kunden nachhaltig zu verbessern.“ Dabei müsse vor der Verknappung des Angebotes von Parkplätzen im Straßenraum hinreichend Ausweichfläche in nahe gelegenen Sammelparkanlagen geschaffen werden. SPD und Grüne wollen den Plan Um gleichzeitig den Suchverkehr zu minimieren, müsse ein Parkleitsystem etabliert werden. In einer gemeinsamen Sitzung von Stadtentwicklungs- und Tiefbauausschuss war der Antrag bereits Thema – die Verwaltung hatte dazu erklärt, dass „ein solcher Stufenplan konsequent“ sei, nachdem Beschlüsse zur Krummen- und Exterstraße schon längst gefasst seien und konkrete Maßnahmen das Gesamtkonzept anreichern müssten. Sie will ein Stufenkonzept erstellen und auf den Tisch legen, über das dann im Rat gesprochen und beschlossen werden soll - aber erst nach der Sommerpause in der Ratssitzung im September, wie Stadt-Sprecher Thorsten Engelhardt sagte. Für die CDU hatte Fraktionsvorsitzender Jörg Thelaner schon im Vorfeld betont: „Die Idee, die Exterstraße und die Krumme Straße in eine Fußgängerzone umzuwandeln, klingt auf den ersten Blick nach einer attraktiven Möglichkeit, unsere Stadt lebendiger und fußgängerfreundlicher zu gestalten.“ Doch halte die CDU das Vorhaben für nicht umsetzbar, weder heute noch vor vier Jahren, als der Vorschlag erstmals diskutiert wurde. Schon damals, so Thelaner in einer Erklärung, hätten Anwohnerinnen und Anwohner sowie Geschäftsleute das Vorhaben deutlich als unpraktikabel abgelehnt. CDU: „Nicht umsetzbar“ „Und ihre Bedenken bestehen bis heute fort“, so die CDU. „Viele Geschäfte befürchten massive Nachteile durch eingeschränkte Erreichbarkeit und einen Verlust an Laufkundschaft. Anwohnerinnen und Anwohner stehen vor der Frage, wo sie künftig ihre Fahrzeuge abstellen sollen, da die Parkmöglichkeiten in der Umgebung stark begrenzt sind.“ Diese Sorgen müssten ernst genommen werden. Zudem werde es viel Geld kosten. Für eine Fußgängerzone seien Barrierefreiheit verpflichtend und weitere Umbauten nötig. „Diese Kosten müsste unsere Stadt aus eigener Kraft tragen, da Fördermittel aktuell nicht gesichert sind“, so Thelaner. Doch Detmold stehe vor großen finanziellen Herausforderungen, vor allem durch das Hornsche Tor. „In einer Zeit, in der ein Haushaltssicherungskonzept droht, können wir uns Projekte wie eine zusätzliche Fußgängerzone nicht leisten – weder heute noch in absehbarer Zukunft“, so die Christdemokraten. FDP: Lieber noch abwarten Die FDP-Ratsfraktion hatte beantragt: Solange es keine finale Entscheidung zum Bauprojekt Hornsches Tor und insbesondere zur Anzahl, Nutzung und Zweckgebundenheit der Stellplätze auf dem Baugrundstück gebe, sollten Planungen zum Parkraumkonzept im Bereich Innenstadtring und Kernstadt nicht erfolgen. „Jeder Investor/Ankermieter wird unseres Erachtens seine eigenen individuellen Ideen und Bedingungen zur Anzahl von Kundenparkplätzen, Erreichbarkeit haben“, erklärt Thomas Trappmann für die Liberalen in einer Pressemitteilung. Vorweggenommene Beschlüsse würden hemmend wirken und könnten Interessenten abschrecken. Außerdem gehöre „zu einer lebendigen Innenstadt eine gute Erreichbarkeit für alle Verkehrsteilnehmer inklusive der Nutzung von Kurzzeitparkplätzen zum Beispiel mit einer Brötchentaste“. Weiterhin gehe die FDP davon aus, dass es durch den Wegfall der Parkplätze an der Paderborner Straße ebenfalls zu Auswirkungen auf die Parksituation im Innenstadt-Bereich kommen werde. Auch dieser Aspekt könne bei späterem Start von Planungen zum Parkraumkonzept aufgegriffen werden.