Detmold. Die Diskussion hat sich fortgesetzt: Schon vor der Sommerpause war kontrovers über das Parkraumkonzept für die Innenstadt diskutiert worden, mit dem neben dem reinen Parken auch die Zukunft der Exter- und der Krummen Straße verbunden ist. Nun kam das Thema wieder auf den Tisch und abermals gab es keinen Beschluss. Dafür aber eine kontroverse Diskussion. Gegenstand war der Stufenplan zur Umsetzung des Parkraumkonzeptes, den die Verwaltung vorgelegt hatte. Damit war sie einem gemeinsamen Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen gefolgt, die gerne die Abfolge der einzelnen Maßnahmen und Wechselwirkungen mit geplanten Bauprojekten in der Innenstadt aufgeschrieben haben wollten. Der Plan für die Jahre 2025 bis 2030 sieht unter anderem den Bau von Parkhäusern am Hornschen Tor und am Lustgarten, die Verlagerung von kostenlosen Kurzzeitparkplätzen in die Krumme Straße während der Bauphase und auch eine Prüfung der Gestaltung der Exter- und der Krummen Straße vor. Dabei wäre dann die Frage zu klären, ob die Achse der Fußgängerzone zugeschlagen werden soll oder nicht. Grüne kritisieren Parksuchverkehr „Unsere Intention war es, die Exter- und die Krumme Straße vom Parksuchverkehr zu entlasten“, sagte Walter Neuling (Grüne) in der Sitzung des Tiefbauausschusses am Dienstagabend. Warum dies nun in Relation mit den Bauarbeiten am Hornschen Tor gebracht werde, während derer die kostenlosen Kurzzeitparkplätze von dort in die Krumme Straße verlagert werden sollen, könne er nicht nachvollziehen. „Damit intensivieren wir den Parksuchverkehr noch weiter, und das für eine Bauphase von bestimmt drei Jahren.“ Lesen Sie auch: In diesen fünf Stufen soll das Parken in Detmold verändert werden - und was dagegen steht Die Detmolder Innenstadt habe auch immer ohne kostenlose Kurzzeitparkplätze funktioniert. Das Ziel, eine Entlastung vom Verkehr zu schaffen, sei das Übergeordnete. Deshalb sollte die Prüfung der künftigen Gestaltung von Exter- und Krummer Straße auch schon vor 2029 beginnen und nicht erst in 2029, so wie es der Stufenplan vorsehe. „Es ist wichtig, langfristig zu prüfen, ob man die Exter- und die Krumme Straße vom Durchgangsverkehr entlasten kann“, hieß es aus der SPD. Der Parksuchverkehr, der durch die Verlagerung der Kurzzeitparkplätze entstehe, sei leider Teil der Übergangslösung. CDU gegen Erweiterung der Fußgängerzone CDU-Fraktionschef Jörg Thelaner hob mehrfach darauf ab, dass seine Fraktion einer Erweiterung der Fußgängerzone um die Exter- und die Krumme Straße nicht zustimmen würde - weil es Ablehnung bei den Anwohnern und Geschäftsleuten gebe und auch wegen der Kosten. Und auch Thomas Gottschalk (FDP) sprach sich für eine „vernünftige Bürgerbeteiligung“ zu diesem Thema aus. „Die kostenlosen Kurzzeitparkplätze finden wir dagegen gut. Die Betreiber der Geschäfte haben Interesse daran“, erklärte Thelaner weiter. Laut Klaus Zimmermann, Fachbereichsleiter Tiefbau bei der Stadtverwaltung, dient die Verlagerung der Kurzzeitparkplätze dazu, den Parkdruck nicht weiter zu erhöhen. Die Zukunft der Exter- und der Krummen Straße sei zu diesem Zeitpunkt allerdings gar nicht Teil des Beschlussvorschlags. Im Stufenplan sei lediglich von der „Prüfung der künftigen Gestaltung“ die Rede. Diese knüpfe zwar an den Verkehrsversuch und die Bürgerbefragung aus dem Jahr 2021 an, sei aber ergebnisoffen. Aktuell werde lediglich über den Stufenplan abgestimmt. Nach einer Sitzungsunterbrechung, in der sich die Fraktionen noch einmal abstimmten, präsentierte Walter Neuling den Vorschlag, die Entscheidung dem neu gewählten Stadtrat zu überlassen. Das Thema wurde vertagt und kommt voraussichtlich Ende 2025/Anfang 2026 wieder auf die Tagesordnung, wenn die Fachausschüsse erstmals zusammentreten. Gleiches gilt für einen Antrag der FDP, die sich dafür ausgesprochen hatte, erst die Entwicklung am Hornschen Tor abzuwarten, bevor über das Parkraumkonzept beschlossen werde.