Detmold. Demnächst dürften die Exter- und die Krumme Straße Teil der Fußgängerzone werden. Dazu hatte es schon Verkehrsversuche gegeben sowie Beschlüsse. Die angedachte Maßnahme war nicht unumstritten – aber sie ist Bestandteil des Detmolder Verkehrskonzepts, das jetzt stufenweise umgesetzt werden soll. Das ist die Basis eines gemeinsamen Antrags von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD. Demnach sollen die Verwaltung und die Geschäftsführung der SVD GmbH auf der Grundlage des Detmolder Parkraumkonzeptes einen Stufenplan konkreten Maßnahmen unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen und Abhängigkeiten erarbeiten - inklusive der Tarifgestaltung unter Einbeziehung von Park & Ride-Möglichkeiten. Thema war das in der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Tiefbau und Stadtentwicklung. Dessen Vorsitzender Andreas Schmidt erklärt: „Bis September soll er vorliegen. Teile sind schon beschlossen, andere müssen noch beschlossen werden. Es geht darum, alles in eine vernünftige Reihenfolge zu bringen.“ Nicht unumstritten Als erstes Teilgebiet steht dabei das Gebiet rund um den Komplex Hornsches Tor mit dem Bereich Krumme Straße/ Exterstraße im Fokus. Mit beiden Blöcken ist die Stadt nämlich schon recht weit in den Planungen, wenngleich sie in Sachen Krumme/Exter lange auf Eis lagen. An sich aus gutem Grund, denn es hatte zwar zunächst geheißen, die Umsetzung solle auf dem Fuß folgen. Bereits seit 2022 liegen zudem eindeutige Ergebnisse einer Bürgerbefragung zur Umwandlung in eine Fußgängerzone vor mit einer Zustimmung von fast 75 Prozent zu den Zielen des Verkehrsversuchs. Aber zwischenzeitlich wurde klar, dass sich in Sachen Parken und Verkehr jede Menge in Detmold tut und jede Menge zu sortieren ist, da alles ineinandergreift. Daher folgte zunächst der Masterplan für das Parken in Detmold. Und jetzt geht es in die Details. In die aktuellen und zunächst anvisierten Überlegungen soll auch der bevorstehende zweite Bauabschnitt in der Langen Straße einbezogen werden – hier könnten bauliche Maßnahmen im Umfeld von Krummer und Exterstraße nämlich gleich in einem Abwasch umgesetzt werden. Tarife und Parkleitsystem „Erklärtes Ziel des Parkraumkonzeptes ist“, schildern die Grünen und die SPD in ihrem Antrag, „unter anderem die deutliche Reduzierung von Autos im Straßenraum der historischen Innenstadt, um so die Aufenthaltsqualität für Bewohner, Besucher und Kunden nachhaltig zu verbessern.“ Dabei müsse vor der Verknappung des Angebotes von Parkplätzen im Straßenraum hinreichend Ausweichfläche in nahe gelegenen Sammelparkanlagen geschaffen werden. Um gleichzeitig den Suchverkehr zu minimieren, müsse zudem ein Parkleitsystem her. Bereits Mitte Mai war über den Antrag im Aufsichtsrat der Stadtverkehrsgesellschaft gesprochen worden. Man hatte ihn zurückgestellt und in die Fachausschüsse delegiert, um dort zu entscheiden. In einer gemeinsamen Sitzung von Stadtentwicklungs- und Tiefbauausschuss war der Antrag nun erneut Thema – allerdings noch ohne Beschlüsse. Dafür aber erklärte die Verwaltung, dass „ein solcher Stufenplan konsequent“ ist, da das Parkraumkonzept zwar verschiedene Dinge vorschlage, sie jedoch nicht priorisiere. Es müssten also konkrete Maßnahmen vorgeschlagen sowie unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen in eine baulich und inhaltlich logische zeitliche Abfolge gebracht werden. Das, erklärte Fachbereichsleiter Martin Kölczer, könne die Verwaltung gerne tun und den Stufenplan dann in einer folgenden Sitzung vorstellen.