Detmold. Es ist Hermannszeit in Lippe. Der Recke wird 150, und allüberall wird gefeiert. Es wird zurückgeschaut, Geschichte beleuchtet, sich aufs große Fest am Samstag, 16. August, gefreut. Der Landesverband indessen hat den Jubiläumsvorhang schon wieder für einen Moment zugezogen und blickt schon ins kommende Jahr: Wenn alles so klappt, wie er sich das vorstellt, wird vom Sommer an wieder auf der Grotenburg gebaut. Alle Berichte rund ums Hermann-Jubiläum lesen Sie hier Das gesamte Areal, der Parkplatz, die Wege zur Statue hoch werden aufgewertet und klarer strukturiert, „um einen zeitgemäßen Umgang mit dem Denkmal zu ermöglichen und die vielschichtige Historie des Ensembles anschaulich an breite Besuchergruppen zu vermitteln“, wie es in der Ausschreibung so schon formuliert ist. Auch eine Idee als Ersatz für die 2021 abgebrannte Bandelhütte wird verlangt. Diese darf ja nicht Eins-Zu-Eins wiederaufgebaut werden. Der Denkmalschutz ist durch den Brand erloschen, ein Neubau baurechtlich möglich. Dennoch soll Ernst von Bandels gedacht werden. 3,7 Millionen Euro vom Bund Es geht um dabei um stolze fünf Millionen Euro, wovon 3,7 vom Bund kommen. Und weil die Summe so hoch ist, hat der Landesverband in Zusammenarbeit mit der Stadt Detmold, die das Projekt laut Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast überhaupt erst ermöglicht hat, einen Wettbewerb ausgelobt und europaweit ausgeschrieben, denn das war Fördervoraussetzung des Bundes. Für die ersten beiden, nun abgeschlossenen großen Bauabschnitte am Hermann, das Hermanneum und den neuen Platz vor der Gaststätte, galt das so nicht. Dafür hatte es Geld vom Land gegeben und sie waren nicht so teuer. Es gilt nun, Interessen der Besucher und historische Belange unter einen Hut zu bekommen, sagte Jörg Düning-Gast - „und eben auch Denkmalschutzinteressen. Und das bekommen wir fast immer hin“, sagte er. Er wolle sich für die gute Zusammenarbeit mit den Denkmalschützern ausdrücklich bedanken. Bei den nun in Rede stehenden Maßnahmen beispielsweise sei es unabdingbar, das historische Pflaster wieder zu verlegen. Ein Bewerber aus der Schweiz Nach einer öffentlichen Ziehung der Lose in der brakeschen Mittagshitze stehen nun die 15 Büros fest, die sich am Wettbewerb beteiligen dürfen. 31 Büros hatten ihr Interesse angemeldet, darunter eines aus der Schweiz. Teilnahmeberechtigt waren ausschließlich Landschaftsarchitekten in Bewerbergemeinschaften mit Verkehrsplanern, denn eine neue Struktur für den Parkplatz ist ein wesentliches Element. Noch dieses Jahr will das Preisgericht den Sieger küren, dem 40.000 Euro winken, für den zweiten gibt es immerhin noch 25.000 Euro, weitere Teilnehmer bekommen Anerkennungspreise. Die Losziehung folgte einem streng vorgeschriebenen System, alle Anwesenden (inklusive LZ-Redakteur) mussten nachher die ordnungsgemäße Ziehung der Lose per Unterschrift bestätigen. Losfee Julia Schuhmacher vom Landesverband fischte nach und nach insgesamt 15 Kugeln aus der Trommel, die Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast immer wieder ordentlich durchmischte. Angebote sind anonymisiert Die ersten zehn gezogenen Büros sowie fünf Büros, die Landesverband und Stadt zuvor ausgewählt hatten - etwa aufgrund guter Erfahrungen oder weil sie aus der Region stammen - bilden mit den ersten zehn Gezogenen den 15-er Pool, der nun gebeten wird, Entwürfe einzureichen. „Die fünf außerdem gezogenen Büros sind Ersatz, falls nun eines abspringt“, erklärte Thomas Geppert von „Dees & Huesmann“; die Bielefelder Stadtplaner betreuen den Wettbewerb. Wenn das Preisgericht (Planer, Landschaftsarchitekten, Lokalpolitiker) Mitte Dezember die 15 Vorschläge sichten, wissen sie nicht, welcher von wem ist. „Empfänger und gleichzeitig Absender der Unterlagen sind wir selbst“, erklärte Geppert. Der Sender könne nicht anhand der E-Mail-Adresse identifiziert werden. Alle Arbeiten werden im Anschluss öffentlich ausgestellt.