Detmold. Neben einem breiten Fragenkatalog zu wichtigen Themen für Detmold und seine Einwohner sind die Bürgermeisterkandidaten beim Wahlforum von LZ und Radio Lippe am Dienstagabend in der Aula der Alten Schule am Wall auch noch auf andere Weise gefordert gewesen. Frank Hilker (SPD), Dr. Marika Thiersch (CDU), Dr. Elmar Thyzel (FDP), Viktor Hübner (AfD) und Nadine Anita Eschen (Die Partei) wurden von LZ-Redakteurin Janet König zum Abschluss in der Rubrik „Die fiese Frage“ auf unangenehme Dinge angesprochen. Herr Thyzel, Ihre Partei spielt auf Bundesebene überhaupt keine Rolle mehr. Was hindert Sie, in Detmold nicht auch in der Bedeutungslosigkeit zu versinken? Dr. Elmar Thyzel: „Das fängt bei formalen Aspekten an: Hier gibt es keine 5-Prozent-Hürde. Außerdem geht es um lokale Themen und die FDP hat einen super Bürgermeisterkandidaten.“ Und ganz generell sollte man die Kleinen nie unterschätzen. Das sehe man auch im Fußball. Frau Thiersch, Sie haben selbst gesagt: Man hat Sie ein wenig in die Kandidatur überreden müssen. Wer sagt uns, dass Sie das Amt jetzt auch mit Herzblut ausfüllen? Dr. Marika Thiersch: „Aus Detmold, mit Detmold, für Detmold - es wäre doch schön, mal wieder jemanden aus Detmold als Bürgermeister zu haben und keinen Zugereisten. Und mich in Themen einzuarbeiten, das klappt.“ Top oder flop: So stehen die Bürgermeisterkandidaten zu brennenden Themen in Detmold Wahlforum in Detmold: Mit diesen 5 Fragen löchern die Besucher die Bürgermeisterkandidaten Herr Hübner, Sie nutzen in Interviews offenbar gerne das Wort „Remigration”. Wie klug ist es, diesen Begriff zu wählen, wenn die AfD sich gerade von ihrem Image als mutmaßlich rechtsextremer Verdachtsfall lossagen will? Viktor Hübner: „Das mit dem Verdachtsfall lassen wir mal. Wir als AfD sind für Zuwanderung, aber wir wollen aussuchen, wer kommt.“ Remigration beziehe sich auf Leute, die straffällig geworden sind und bei den Sozialleistungen zur Last fallen. „Jeder Fünfte hat uns dafür gewählt.“ Frau Eschen, Sie wollen in Klüt einen Hochseehafen errichten. Das fanden gerade die Menschen, die vom Starkregen betroffen sind, nicht sonderlich witzig. Was ist da schief gegangen? Sollte Satire nicht eher nach oben treten? Nadine Anita Eschen: „Der Vorschlag dafür kam aus Klüt. Satire ist nicht das Heilmittel, sondern der Schmerz.“ Herr Hilker, in der Stadt nennt man Sie auch gerne „den König von Detmold“. Nicht unbedingt ein nett gemeinter Spitzname. Was denken Sie: Woher kommt der? Frank Hilker: „Ich bin jemand, der sich klar positioniert. Von mir kommt nicht blabla, sondern ich habe nach meiner Wahl direkt den Familien-Info-Treff eröffnet. Mittlerweile sind 90 Prozent der Vorhaben umgesetzt. Als jemand, der vorne steht, macht man sich aber auch angreifbar. Es ist nicht meine Aufgabe, ,everybody’s darling’ zu sein, sondern der, der entwickelt.“