Detmold. Die Bürgermeisterkandidaten live erleben und sie auf wichtige Themen ansprechen - diese Möglichkeit hat das Wahlforum von LZ und Radio Lippe am Dienstagabend in der Aula der Alten Schule am Wall geboten. Nach der offiziellen Fragerunde standen Frank Hilker (SPD), Dr. Marika Thiersch (CDU), Dr. Elmar Thyzel (FDP), Viktor Hübner (AfD) und Nadine Anita Eschen (Die Partei) für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung - wobei sich die meisten an den amtierenden Bürgermeister richteten. Hier eine Auswahl der interessantesten Beiträge. 1. „Windkraft ist ein Thema, das viele umtreibt“, sagte ein Besucher. Viele Unterschriften seien gesammelt worden, damit auf der Gauseköte und hinter dem Freilichtmuseum keine Windräder entstehen. „Wie haben Sie, Herr Hilker, es geschafft, dass die Medien das Thema aussparen?“ Frank Hilker: „Die Stadt ist in dieser Sache nur ein kleiner Akteur und kann nur das gemeindliche Einvernehmen geben“. Die eigentliche Entscheidung liege beim Kreis Lippe. (Anmerk. d. Red.: Die LZ hat immer wieder über die Pläne für neue Windräder, Proteste gegen die Anlagen und Entscheidungen zu den Vorhaben berichtet.) 2. „Ich fühle mich am Hasselter Platz nicht sicher“, lautete eine Stimme aus dem Publikum. Verbunden mit der Frage, was der Bürgermeister tun wolle, damit niemand von den Menschen aus der Trinkerszene, die sich dort aufhalten, belästigt wird. Frank Hilker hatte bereits im Laufe der Fragerunde erläutert, dass eine Vereinbarung mit den Betroffenen geschlossen worden sei, wie sie sich am Hasselter Platz zu verhalten haben, wie dieser sauber bleibt und mehr. Nun ergänzte er: „Perspektivisch werden wir die Problematik noch einmal angehen, wenn wir den ,Lustgarten’ angehen.“ Gemeint war der Abriss und Neubau der Großgarage, hinter der sich regelmäßig Menschen aus der Drogenszene aufhalten. Allerdings entscheide die Szene selbst, wo sie sich aufhalte. Top oder flop: So stehen die Bürgermeisterkandidaten zu brennenden Themen in Detmold Diese besonders fiesen Fragen gingen an die Detmolder Bürgermeisterkandidaten 3. Eine Besucherin richtete eine Frage an die Frauen auf der Bühne: „Wie wollen Sie Frauen in der Politik fördern und was wollen Sie für die Freibäder und die Kultur und ihre Institutionen tun? Dr. Marika Thiersch: „Frauen in der Politik finde ich super.“ Es sei ihr wichtig, dass Detmold eine Kulturstadt bleibe. Und was die Freibäder angehe, wolle sie die Mitarbeiterzufriedenheit steigern, damit kein Personal abwandere. Nadine Anita Eschen: „Mich musste niemand überreden zu kandidieren.“ Der Grundstein werde in der Förderung und Bildung der Kinder gelegt. Man dürfe ihnen nichts absprechen und müsse sie ermutigen. „Die Kultur in Detmold wollen wir hochhalten - so eine Geisterbahn hat auch nicht jeder“, sagte die Kandidatin mit Blick auf das satirisch geprägte Wahlprogramm ihrer Partei. Abgesehen davon gebe es viele gute Initiativen, darunter etwa die „Alte Pauline“. Da müsse man dranbleiben. 4. „Warum steht auf Ihrem Wahlplakat nicht SPD drauf? Stehen Sie nicht mehr zu Ihrer Partei?“, wollte ein Besucher von Frank Hilker wissen. „Ich stehe für und bei der SPD“, entgegnete dieser. Mittlerweile gebe es viele parteilose Bürgermeister und Kandidaten, was aber nicht bedeute, dass er dies anstrebe. Allerdings trete man als Bürgermeisterkandidat eher als Person an, man sei eher Stadtmanager als Parteisoldat. 5. Mit WMF ist kürzlich ein bekanntes Geschäft aus Detmold weggegangen. Deshalb wollte ein Besucher wissen, was die Stadt macht, um die „Großen“ in der Innenstadt zu halten. Nach Aussage von Frank Hilker zieht sich WMF generell aus kleineren Städten zurück und setzt verstärkt auf den Online-Handel. „Da sind alle Detmolder selbst mit für verantwortlich“, betonte der Bürgermeisterkandidat mit Blick auf das Einkaufsverhalten derjenigen, bei denen zu Hause regelmäßig der Wagen des Paketdienstes vorfährt. Er sei in der Rolle, mit den Verantwortlichen zu sprechen - und frei werdende Geschäfte dann auch schnell wieder zu füllen. Am Ende des Wahlforums konnten die Besucher per Handy abstimmen, welcher Kandidat sie am meisten überzeugt hat. Dabei gab es jedoch technische Probleme. Die Ergebnisse ließen sich leider nicht auswerten.