Detmold. Nachdem sich lange nichts an der Oberen Mühle tat, zieht sich nun ein Bauzaun mit Werbung der ausführenden Firmen um die historische Immobilie. Außerdem ist entlang der Außenmauer ein Graben ausgeschachtet worden. Der neue Eigentümer, die Oldenburger Firma Celona Gastro, verrät, was es damit auf sich hat. Früher beherbergte die alte Mühle am Friedrichstaler Kanal das spanische Restaurant „Toro Blanco“. Wegen massiver Hygienemängel hatte das Gesundheitsamt des Kreises die Gaststätte schließen müssen. Seit 2018 steht das Gebäude leer. Ein Deal mit dem Kitzbühler Gastronom Hurem Maric, der damals auch in Blomberg aktiv war, platzte. Also suchte die Brauerei Krombacher, die Eigentümerin der Oberen Mühle ist, weiter nach einem Käufer. Den fand sie schließlich mit Celona Gastro, einer Systemgastronomie-Kette, an der sie selbst genauso wie die Café-Extrablatt-Gruppe Anteile hält. Diese betreibt in Paderborn ein Café & Bar Celona und in Bielefeld eine Finca & Bar Celona. Die Obere Mühle könnte zur Finca werden. „Die Lage gegenüber dem Freilichtmuseum bietet sehr viel Potenzial – sowohl für uns als auch für das Museum“, hieß es damals von Seiten der Celona-Geschäftsführung. Die Mitte 2023 geschätzten Gesamtkosten von fünf bis sechs Millionen Euro für die Sanierung und Herrichtung des Gebäudes dürften inzwischen längst nicht mehr ausreichen. Damals rechnete die Geschäftsführung mit einer Dach-Erneuerung und wollte in dem Zuge Oberlichter einbauen lassen, um mehr Tageslicht in die Räume zu bekommen. Außerdem sollte der Eingangsbereich offener gestaltet werden und im Außenbereich ein Wintergarten entstehen. Ursprünglich hatte man im Sommer 2024 eröffnen wollen. Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz funktioniert Wie so oft kam alles anders. Löcher in den Wänden und marode Fußböden wurden entdeckt. Eine Kernsanierung stand im Raum - eventuell sogar eine neu Statik-Berechnung. Nach langem Stillstand auf der Baustelle wird nun frühestens mit Ende 2027 als Eröffnungstermin geplant. Auch auf einen konkreten Betrag für die Gebäudesanierung möchte sich Florian Filsinger vom Celona-Marketing heute nicht mehr festlegen. Zwar gebe es bislang noch keine Schwierigkeiten auf der Baustelle, da es sich aber um ein altes Gebäude handele, könne noch die eine oder andere Überraschung kommen. Deshalb werde die Sanierung auch nicht preiswert. „Dafür müssen wir schon ein paar Tassen mehr Kaffee verkaufen. Aber das machen wir sehr gerne“, antwortet Filsinger auf eine LZ-Anfrage. Die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz funktioniere toll. „Alles sehr kooperativ. Wir starteten just mit der Gebäudeabdichtung und der Bauantrag wird eingereicht.“ Die Arbeiten auf dem Parkplatz gegenüber der Oberen Mühle haben übrigens nichts mit denen an der Gaststätte zu tun. Sie stehen in Zusammenhang mit dem Kreisverkehr-Neubau vor dem Freilichtmuseum.