Detmold. Kommendes Jahr soll es so weit sein: Der Neubau am Hornschen Tor mit Lebensmittelmarkt, Hotel, Parkhaus und Handelsimmobilie beginnt. Parallel dazu läuft bereits die Planung für die Verkehrsführung auf der Hornschen Straße, damit von der ohnehin schon viel befahrenen Strecke auch die Einfahrten ins und Ausfahrten aus dem Parkhaus, die Erreichbarkeit des Hotels und die Abwicklung von Lieferverkehren gewährleistet sind. Für den Umbau fallen Kosten in Höhe von rund drei Millionen Euro für die Stadt an. „Es war der Wunsch der Stadt und des Investors, dass alle Fahrbeziehungen möglich sind“, berichtete Andreas Menke von der Stadtverwaltung im Tiefbauausschuss des Stadtrates. Früher sei dies nicht der Fall gewesen. Wer aus dem Parkhaus kam, konnte nur links herum fahren, was dazu geführt habe, dass sich die Autofahrer anschließend durch die Gartenstraße und die „Neustadt“ ihren Weg gebahnt hätten. Und auch jetzt ist der Parkplatz in der Baugrube nur aus einer Richtung zu erreichen. Künftig soll sich dies ändern. Hohe Verkehrsbelastung Für die Planung hat sich die Stadt Hilfe von externen Fachleuten geholt. Es erfolgte eine Analyse der heutigen Situation mit allen Verkehrsströmen, darunter vor allem auch Busse, die beim Abbiegen eine lange Aufstellfläche brauchen, und Fußgänger, die auf dem Gehweg in Richtung der Schulen unterwegs sind. Und einer Prognose für das Jahr 2040, in der von 18.410 bis 21.690 Kraftfahrzeuge pro 24 Stunden und einem hohen Schwerverkehrsanteil ausgegangen wird. All das war bei den Überlegungen zu berücksichtigen, damit die Menschen sicher unterwegs sind und die Ströme so abgewickelt werden, dass es nicht zu einem Verkehrskollaps kommt. Die „nts Ingenieurgesellschaft“ aus Münster entwarf im Anschluss drei Varianten, die dann näher betrachtet wurden. Eine davon sah einen Kreisel an der Ecke zur Leopoldstraße vor; die anderen beiden eine jeweils vierspurige Hornsche Straße mit Ampeln, wobei der Radverkehr einmal auf einem Radstreifen und einmal zusammen mit den Fußgängern auf dem Hochbord geführt wurde. Kreisel führt zu Kollaps Nach einer Simulation der Verkehrsströme durch die Firma „T&T Verkehrsmanagement“ aus Dreieich rückten die Fachleute von der Kreisel-Lösung wieder ab. Diese würde den Busverkehr zwar beschleunigen, könnte den Verkehrsfluss aufgrund der hohen Gesamtbelastung aber nicht gewährleisten. „Der entstehende Rückstau würde sich in weite Teile der Nachbarknotenpunkte entwickeln, wodurch das Verkehrssystem nach etwa 5 bis 20 Minuten in der Spitzenstunde zum Komplettversagen führt“, heißt es dazu aus der Verwaltung. Fußgänger und Radfahrer müssten zudem drum herum geführt werden und seien bevorrechtigt, was den Kreisverkehr noch schneller überlaste. Stattdessen soll es laut dem Vorentwurf für den Umbau der Hornschen Straße nun Ampeln an den Knotenpunkten „Neustadt“ und Leopoldstraße und an der Zufahrt zum Hornschen Tor geben. „Mit den Lichtsignalanlagen kann auf den Verkehr Einfluss genommen werden, abhängig und gemäß der Tageszeit und der Belastung entsprechend geschaltet werden und bei auftretenden Veränderungen die Rot- und Grünzeit angepasst werden. Eine Koordinierung ist auch möglich“, erläutert die Verwaltung. Der Radverkehr soll mit Blick auf die Verkehrssicherheit auf dem Hochbord verlaufen; Radfahrer und Fußgänger erhalten dort jeweils eine Spur und auch eigene Furten zum Queren der Straße. Außerdem wird der Radverkehr in die Ampelschaltung mit aufgenommen. Neue Bushaltestellen Darüber hinaus sind auf dem Abschnitt zwischen der Leopoldstraße und der „Neustadt“ zwei neue Bushaltestellen mit Unterständen für die Linien 701, 704, 782 und 792 sowie weitere Schulbusse geplant, und zwar vor dem neuen Hotel und Lebensmittelmarkt und vor dem „Lippischen Hof“. Das neue Hotel erhält zwei Kurzzeitparkplätze vor dem Eingangsbereich, ansonsten werden die bestehen Parkplätze an der Hornschen Straße entfernt. Gleiches gilt für die Bäume, die im Anschluss durch bis zu zehn neue Bäume ersetzt werden sollen. Auf der Strecke soll auch weiterhin Tempo 30 gelten. Der Vorentwurf für den Umbau der Hornschen Straße wurde im Tiefbauausschuss einstimmig beschlossen.