Detmold. An der Stichwahl am 28. September haben offenbar nicht alle Detmolder teilnehmen können - und zwar unfreiwillig. „Meine Frau und ich hatten per Briefwahl gewählt, und zur Stichwahl hat nur meine Frau den Wahlschein per Post erhalten, ich leider nicht“, berichtet LZ-Leser Klaus-Otto Kruse in einer E-Mail an die Redaktion. Er mutmaßt, die Unterlagen seien wohl auf dem Postweg verschwunden. Ein Einzelfall? Die Stadt Detmold zieht insgesamt ein positives Fazit: „Zunächst einmal: Die Briefwahl ist insgesamt sehr gut verlaufen“, heißt es auf Nachfrage aus der Pressestelle. Die Stimmzettel für die Stichwahl seien am Mittwoch, 17. September, eingegangen, das Team Wahlen habe innerhalb von drei Tagen insgesamt 15.000 Briefwahlunterlagen zusammengestellt und versendet. Die letzten Unterlagen seien am Samstag, 20. September, erstellt und am Montag, 22. September, von der Post abgeholt worden. Stadt erhält wenig Rückmeldungen „Wenige Wählende hatten sich bei der Stadt Detmold gemeldet und mitgeteilt, dass ihnen keine Unterlagen zugestellt wurden. Hierbei handelte es sich aber mit Blick auf die Gesamtheit der Wählerinnen und Wähler um einen sehr geringen Prozentsatz“, erklärt die Verwaltung. Betroffene Bürger hätten bis zum Tag vor der Wahl um 12 Uhr die Möglichkeit gehabt, sich bei der Stadt Detmold zu melden, um neue Unterlagen zu erhalten. Einige seien gebeten worden, ihre Unterlagen direkt in der Bürgerberatung abzuholen, um den Erhalt zu sichern. Lesen Sie auch: Wahlunterlagen futsch: Detmolderin ärgert sich über Patzer bei Postlagerung Auch in dem Fall von Klaus-Otto Kruse, bei dem eine Gehbehinderung erschwerend hinzukommt, weshalb er nach eigener Aussage nicht ins Bürgerbüro fahren konnte, hätten die Kollegen diese Vorgehensweise erläutert. Dass er keinen Transfer zur Bürgerberatung organisieren konnte, sei bedauerlich, liege jedoch nicht im Verantwortungsbereich es Teams Wahlen. „Mit Blick auf die Erfahrung anderer Kommunen in NRW war der Umstand, dass die Post teilweise sehr lange Zustellzeiten hatte, offensichtlich kein lokales Detmolder Phänomen“, so die Stadt weiter. Deutsche Post auf Fehlersuche Die Deutsche Post ist also schuld an der Misere? Das kann deren Pressesprecher Rainer Ernzer so nicht bestätigen. „Bei uns sind auch nach dem 20. und dem 22. September noch Briefwahlunterlagen in der Zustellung eingetroffen. Sogar bis zum 27. September noch“, berichtet er auf Nachfrage. Und die, die bis dahin dort angekommen seien, seien auch noch zugestellt worden - obwohl dies aufgrund der großen Sendungsmenge und eingeschränkter Personalkapazitäten eine Herausforderung gewesen sei. Die Briefe seien priorisiert worden. Woran es gelegen hat, dass die Unterlagen erst mit Verzögerung in der Zustellung ankamen, konnte er bislang nicht herausfinden. Möglich sei, dass die Sendungen den Umweg über einen sogenannten Konsolidierer gegangen seien. Einige Großkunden ließen in dieser Zwischenstation vorsortieren, weil dies kostengünstiger sei. Erst im Anschluss würden die Briefe dann an die Post übergeben. „Das hatten wir in verschiedenen Bereichen auch schon“, sagt Ernzer. Möglich sei aber auch, dass es im Falle der Briefwahlunterlagen am eigenen Netz gelegen habe und diese deshalb mit Verzögerung in der Zustellung eingetroffen seien. Fest stehe, dass die Briefe dort nicht drei bis vier Tage rumgelegen hätten. „Die Zusteller vor Ort können nichts dafür. Die Verzögerungen sind vorher eingetreten. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten“, so Ernzer.