Detmold. Die Einzelhändler in der Detmolder Innenstadt wappnen sich für die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Mit dem Weihnachtsmarkt im Schlosspark, den kurz vor dem Fest gut besuchten Einkaufsstraßen und dem bevorstehenden dritten Adventswochenende herrscht mehr und mehr Bewegung in der Fußgängerzone. Die örtlichen Geschäfte hoffen auf ein starkes Geschäft zum Jahresende, denn für manche entscheidet sich jetzt, wie gut das Jahr am Ende bilanziert wird. In Gesprächen mit Einzelhändlern zeigt sich: Die Stimmung zum Weihnachtsgeschäft ist verhalten bis optimistisch. Die Erwartungen an den vor der Tür stehenden verkaufsoffenen Sonntag am 14. Dezember gehen allerdings weit auseinander. Für das Modegeschäft Ulla Popken nahe dem Detmolder Rathaus beobachtet Filialleiterin Nicole von Borck schon jetzt eine gute Frequenz. Der Laden lebt vor allem von seiner Stammkundschaft, viele Bestellungen laufen gezielt über das Geschäft, zur Adventszeit sei die Filiale „gut besucht“. Beim Blick auf den verkaufsoffenen Sonntag hätte ihn die Filialleiterin lieber an einem anderen Termin gehabt. „Wir hätten uns den verkaufsoffenen Sonntag schon zur Andreasmesse gewünscht. Da gibt es immer vergleichsweise viel Laufkundschaft, und auch Leute von weiter her kommen dann nach Detmold“, sagt von Borck. Von einigen Kunden habe sie gehört, dass auch diese sich den Verkaufsoffenen lieber zu diesem Termin gewünscht hätten als jetzt zum Weihnachtsmarkt. Händler zwischen Skepsis und Vorfreude Andere Händler starten mit frischer Perspektive ins Detmolder Weihnachtsgeschäft: Der „Rabe Fashion Store“ ist seit diesem Frühjahr in der Langen Straße und befindet sich in den Räumen, wo bislang WMF zu Hause war. Eine Verkäuferin, die ihren Namen nicht in der Zeitung haben möchte, zeigt sich zufrieden mit der Nachfrage der Kunden: „Aktuell wird viel Oberbekleidung gekauft und auch verschenkt, auch viele Schals. Pullover laufen zurzeit am besten.“ Ob der Andrang stärker oder schwächer sei als üblicherweise zu Weihnachten, könne sie nicht beurteilen. Zu neu sei die Filiale. Umso gespannter blicke man bei Rabe auf die kommenden Wochen und den verkaufsoffenen Sonntag. Aus Gesprächen mit anderen Kollegen aus der Branche will die Verkäuferin jedoch gehört haben, „dass einige Geschäfte nicht wirklich etwas davon haben“. Voller Vorfreude auf das Weihnachtsgeschäft und den Verkaufsoffenen ist man dagegen im Reformhaus, wo Mitarbeiterin Jessica Schwarz derzeit vor allem Klassiker über die Ladentheke gehen sieht. „Wie jedes Jahr kaufen die Leute zu Weihnachten am liebsten Socken, die laufen immer. Aber auch Süßwaren wie die Elisen-Lebkuchen werden gerne genommen.“ Der große Kundenansturm stehe aber noch bevor, denn „eine Woche vor Weihnachten ist bei uns erfahrungsgemäß besonders viel los“. Am verkaufsoffenen Sonntag nehme das Reformhaus immer gerne teil: „Zum einen, weil alle anderen Läden auch auf haben und man dabei sein möchte. Zum anderen wegen der besonderen Atmosphäre. An verkaufsoffenen Sonntagen sind die Kunden eigentlich immer gut gelaunt und schauen sich gerne um“, sagt Schwarz. Verkaufsoffener ist für viele Pflichtprogramm In der Buchhandlung Kafka & Co. zeigt sich das Weihnachtsgeschäft traditionell von seiner stärksten Seite. Geschäftsführerin Doris Böddeker bringt es auf den Punkt: „Im Buchhandel läuft das Weihnachtsgeschäft immer sehr gut.“ Bücher gehörten nun einmal zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken. Aktuell seien besonders die Romane „Für Polina“ von Takis Würger und „Wenn die Sonne untergeht“ von Florian Illies bei Kunden gefragt. Begeistert zeigt sich Böddeker außerdem von dem Roman „Wir dachten, das Leben kommt noch“ von Elisabeth Sandmann. Der Roman verbindet die Geschichte einer Recherche mit dem Schicksal mutiger Frauen im Zweiten Weltkrieg. Bei der Kinder- und Jugendliteratur liegen derweil echte Klassiker wie die Werke von Astrid Lindgren wieder im Trend.“ Der verkaufsoffene Sonntag ist bei Kafka & Co. fester Bestandteil des Weihnachtsgeschäfts, sagt Böddeker: „An solchen Tagen kommen die Menschen immer gern zu uns zum Einkaufen vorbei.“ Die Umfrage in den Geschäften macht deutlich: Für die allermeisten Detmolder Einzelhändler bilden die kommenden Wochen eine entscheidende Phase. Während die einen den Schwung des verkaufsoffenen Sonntags gerne mitnehmen, messen andere dem Termin weniger Bedeutung bei. Wieder andere hätten ihn sich zu einem anderen Zeitpunkt gewünscht. So oder so: Das Weihnachtsgeschäft ist und bleibt für viele Detmolder Läden definitiv eine besondere Zeit. Lesen Sie auch: Viele Verbraucher wollen bei Weihnachtsgeschenken sparen Wie Temu und Shein dem Einzelhandel vor Weihnachten zusetzen