Dörentrup. Als die Gemeinde Dörentrup 2024 bei ihrer Müllentsorgung vom Verwiege- auf das Volumensystem umgestellt hat, sind die Gebühren deutlich gestiegen. Bereits im vergangenen Jahr konnten sie wieder gesenkt werden und auch für dieses Jahr setzt sich der Trend nun deutlich fort. Und das liegt ausgerechnet daran, dass die Bürger größere Tonnen nutzen als gedacht, wie Kämmerin Kathrin Dobrileit erläutert. Die Gebühren für Wasser und Abwasser steigen hingegen und sorgen somit bei einem Musterhaushalt 2026 insgesamt für leicht steigende Belastungen. Grauer Müll wird günstiger Aber von vorne: Bei der Abfallgebührenberechnung für 2024 wusste die Gemeinde damals nicht, wie viele Tonnen in welcher Größe die Bürger haben wollen würden. Sie orientierte sich daher an Mittelwerten aus ähnlich großen Gemeinden, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Doch die Dörentruper entschieden sich anders: „Wesentlich mehr Haushalte, als wir angenommen hatten, haben 120-Liter-Tonnen gewählt. Das führt insgesamt zu einem deutlich größeren Tonnenvolumen. Der Preis pro Liter bei der Leerung wird dadurch aber günstiger“, erklärt Dobrileit. Im Jahr 2024 kam es dadurch zu Mehreinnahmen in Höhe von etwa 176.300 Euro. Davon werden in diesem Jahr bei der Kalkulation der Gebühren rund 67.900 Euro, 2027 60.000 Euro und 2028 48.400 Euro berücksichtigt. Denn die Gebühren für die Bürger sollen die Kosten lediglich decken. Die Gemeinde soll damit keinen Gewinn machen. Die Kostenüberdeckung resultiert laut Kämmerin zu 98 Prozent aus der Kalkulation für den grauen Müll. Die Gebühren dafür können daher deutlich gesenkt werden. So werden für die graue Tonne mit einem Volumen von 60 Litern ab diesem Jahr 51,36 Euro statt 72,81 Euro fällig. Wer eine 80 Liter fassende graue Tonne hat, zahlt nun 68,48 Euro statt bislang 97,08 Euro. Für die 120-Liter-Tonne berechnet die Gemeinde 102,72 Euro statt 145,62 Euro und für die 240-Liter-Variante sind es 205,44 Euro statt 291,24 Euro. Das kuriose an der Sache: Eigentlich wollte die Gemeinde, die zusammen mit Detmold bis 2023 die einzige Kommune in Lippe war, die noch nach Gewicht die Abfallgebühren berechnet hat, mit dem Verwiegeverfahren die Müllmenge reduzieren. Denn jeder Dörentruper Haushalt musste dadurch nur so viel bezahlen, wie er wegwarf. Ein Anreiz, Müll zu vermeiden und so etwas für die Umwelt zu tun. Beim jetzigen Volumensystem sinkt der Preis, wenn größere Tonnen bestellt werden. Grüner Müll wird teurer Der grüne Müll hingegen unterliege der normalen Kostensteigerung. So werden für die Biotonne mit einem Volumen von 60 Litern seit diesem Jahr 31,40 Euro statt 26,92 Euro fällig. Wer eine 80 Liter fassende grüne Tonne hat, zahlt nun 41,86 Euro statt bislang 35,89 Euro. Für die 120-Liter-Tonne berechnet die Gemeinde 62,79 Euro statt 53,83 Euro und für die 240-Liter-Variante sind es nun 125,59 Euro statt 107,66 Euro im vergangenen Jahr. Hinzu kommen gegebenenfalls noch Gebühren für die Saisonbiotonne, die von April bis November alle zwei Wochen geleert wird. Für das 120-Liter-Gefäß werden jetzt 41,86 Euro statt 35,89 Euro berechnet und für das 240-Liter-Gefäß 83,72 Euro statt bislang 71,78 Euro. Wer zusätzlich ein Schloss für seine Tonne haben möchte, zahlt dafür eine jährliche Miete von 6,07 Euro. Dieser Betrag bleibt stabil. Anstieg beim Wasser Auch die Grundgebühren für Wasser und Abwasser bleiben unverändert - und das laut Kämmerin schon seit 2017. Sie liegen bei 8,20 Euro beziehungsweise 12 Euro pro Monat. Hinzu kommt die Verbrauchsgebühr. Diese erhöht sich beim Frischwasser von 1,98 Euro je Kubikmeter auf 2,26 Euro. Unter anderem ist dafür ein Gebührendefizit aus 2024 verantwortlich. Beim Schmutzwasser wird der Satz von 3,47 Euro auf 3,54 Euro pro Kubikmeter in diesem Jahr erhöht. Für Niederschlagswasser wird nun 1 Euro pro Quadratmeter statt 95 Cent fällig. Auch beim Abwasser gab es 2024 ein Einnahmendefizit, das sich in höheren Gebühren niederschlägt. Darüber hinaus plant die Gemeinde, in ihr Leitungsnetz zu investieren. Unter anderem ist eine Verbundleitung nach Barntrup geplant sowie der Austausch des Netzes bei Humfeld. Außerdem wird die Kläranlage saniert. Musterhaushalt Für einen Musterhaushalt von vier Personen, bei denen 140 Kubikmeter Wasser beziehungsweise Abwasser und 130 Quadratmeter Niederschlagswasser anfallen, werden damit laut Kämmerin Kosten von 1214 Euro fällig. Das sind 59 Euro mehr als im vergangenen Jahr und entspricht einer Steigerung von rund fünf Prozent. Beim Abfall hingegen werden für eine 120 Liter große graue Tonne und eine 80 Liter fassende Biotonne 37 Euro weniger fällig, was einer Gebührensenkung von circa 20 Prozent entspricht. Insgesamt muss der Musterhaushalt aber 21 Euro mehr im Jahr zahlen.