Kromfohrländer-Hündin lebt in Dörentrup

"Easy" ist für Familie Flasche ein Glücksgriff

veröffentlicht

Birgit Flasche aus Dörentrup mit Kromfohrländer-Dame "Easy". - © Foto: Frevert
Birgit Flasche aus Dörentrup mit Kromfohrländer-Dame "Easy". (© Foto: Frevert)

Dörentrup. Während Labrador, Mops & Co. verbreitete Hunderassen sind, ist die des Kromfohrländers weniger bekannt. Familie Flasche aus Dörentrup hat solch ein Exemplar, für das sie sich sogar bewerben musste.

Sie heißt "Easy" - zu Deutsch: "leicht". Und leicht ist sie mit ihren zehn Kilo auch. So leicht und wendig, dass sie Frauchen Birgit Flasche flink und flugs auf den Arm springen kann ohne Anlauf zu nehmen.

"Easy vom Hoppenberg", so ihr vollständiger Name, ist eine fast zweijährige Hundedame der seltenen Rasse Kromfohrländer. Nicht mal eine Handvoll weiterer Vertreter gibt es in Lippe, sagt Birgit Flasche. Der Grund: Die Kromfohrländer sind eine der jüngsten deutschen Hunderassen, erst seit 1955 anerkannt, aber so beliebt, dass es für die Welpen - bundesweit jährlich nur rund 200 Stück - lange Wartezeiten gibt.

"Bei einem Züchter standen wir auf Wartelistenplatz 36", erinnert sich Birgit Flasche. Seit 24 Jahren sind sie und ihr Mann Andreas Hundefans. Auch die Töchter Carolin (13) und Danice (9) sind Tierfreunde. So war es keine Frage, dass nach dem Tod von "Emily", einer Berner-Senn-Hündin wieder ein Vierbeiner im alten Fachwerkhaus am Marksberg einziehen sollte.

Während eines Campingurlaubs sah Birgit Flasche erstmals einen "Kromi" - und verliebte sich sofort in den freundlichen kleinen Kerl. Der Kauf des eigenen Kromfohrländers gestaltete sich jedoch langwierig. "Wir mussten uns bei den wenigen Züchtern, die es in Deutschland gibt, richtig bewerben - bei einem sogar mit Lebenslauf", erklärt Birgit Flasche, die sich mit Ehemann und Kindern mehrere Monate lang auf "Kromi"-Suche machte.

Fündig wurde die Familie schließlich bei Heike Haase, Zuchtleiterin aus Büren bei Paderborn. Sieben Welpen hatten sich angekündigt. Für einen "erhielten wir den Zuschlag."

Der 31. Mai 2011 war der "Welt-Welpen-Abhol-Tag", wie Hunde-Flüsterer Martin Rütter in seinen Vorträgen humorvoll den Tag beschreibt, wenn der neue Vierbeiner das erste Mal "ins Auto kotzt", lacht Birgit Flasche. Ihr ist es so ergangen mit "Easy", die fernab von ihrer Mutter anfangs jegliche Futteraufnahme verweigerte. "Mäkelig beim Fressen ist Easy heute noch", sagt die Dörentruperin, die ihren Hund auf "barfen" - biologisch artgerechtes rohes Futter - umgestellt hat.

"Schön ist, dass sogar meine Kinder der Hündin kleine Tricks beibringen können", erklärt Flasche und zeigt einen Film, in dem eine "Kromi"-Hündin "einkaufen" geht, dabei einen kleinen Wagen vollpackt und sogar Geld in ein Sparschwein werfen kann.

"Krumme Furche"

Kromfohr - das ist Siegerländer Platt und bedeutet "krumme Furche". Wie ein Märchen klingt die Geschichte dieses Hundes: 1945 findet Ilse Schleifenbaum, die Frau eines Anwalts aus Siegen, beim Spaziergang einen abgemagerten Hund, der von einem amerikanischen Laster gesprungen war. Daheim beglückte "Peter", vermutlich ein Griffon, die Foxterrier-Hündin "Fiffi" und sorgte für mehrere Würfe erstaunlich gleichartiger Welpen.

Der Kromfohrländer war entstanden: mittelgroß, braun mit weiß, glatt- oder rauhhaarig, gelehrig, wachsam, draußen lebhaft, im Hause ruhig, kein typischer Hundegeruch, kein Jagdtrieb. Zwei Hunde begründen eine neue Rasse. Diese starke Inzucht verursacht auch Probleme wie Auto-Immunerkrankungen und Epilepsie, denen die Kromfohrländerzüchter, die in vier Vereinen organisiert sind, mit Einkreuzungen anderer Rassen begegnen wollen. Infos auf www.kromfohrlaender.eu und http://prokromfohrlaender.jimdo.com/ im Netz.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.