Versuchtes Tötungsdelikt: Extertaler sticht auf Verlobten seiner Mutter ein

Janet König

  • 0
Symbolfoto: Die Polizei im Einsatz. - © Armin Weigel/dpa
Symbolfoto: Die Polizei im Einsatz. (© Armin Weigel/dpa)

Extertal/ Detmold. Grausame Szenen müssen sich am frühen Sonntagmorgen in einem Extertaler Haushalt abgespielt haben. Völlig unvermittelt soll ein 23-Jähriger mit dem Messer auf den Verlobten seiner Mutter losgegangen sein. Die Detmolder Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Der Tatverdächtige ist inzwischen in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Ein richtiges Motiv für den Angriff gibt es nicht, sagt Oberstaatsanwalt Christopher Imig. „Er scheint bei der Tat nicht Herr seiner Sinne gewesen zu sein." Zwar habe der 23-Jährige einige Angaben gemacht, aber nichts hätte wirklich Sinn ergeben. Die familiären Verhältnisse seien zudem stabil. Nach ersten Ermittlungen habe es keinen Streit gegeben. Auch die Mutter habe keine Auffälligkeiten bemerkt. Womöglich habe der 23-Jährige vor kurzem nahezu unbemerkt eine psychische Erkrankung entwickelt, vermutet die Staatsanwaltschaft.

Gegen 6.30 Uhr habe der 23-Jährige plötzlich auf den Verlobten seiner Mutter eingestochen. Dabei habe er den Mann einmal im Bereich des Oberkörpers getroffen. Weitere Stiche habe der Verlobte abwehren können. Ihm gelang es nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft, den 23-Jährigen zu überwältigen, ihm das Messer abzunehmen und ihn bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Die erlittenen Verletzungen werden als nicht schwer eingestuft, heißt es dazu.

Die Haftrichterin ordnete laut Oberstaatsanwalt Christopher Imig noch am Montagnachmittag statt U-Haft die einstweilige Unterbringung in der forensischen Psychiatrie Eickelborn an. Hier müsse der 23-jährige Beschuldigte nun vom Sachverständigen untersucht werden. „Das psychiatrische Gutachten wird für den Prozess dann natürlich entscheidend sein", sagt Imig.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!