Extertal. Der Aufschrei nach einem christlichen Abenteuerzeltlager, dem „„Lippe-Sola“, im Sommer war groß. Die Teilnehmer im Alter von neun bis 16 Jahren schlüpften dabei in die Rolle von Häftlingen. Scheinwerfer suchten nachts nach Ausbrechern. Diese buddelten Löcher, um freizukommen. Kritiker sahen darin „geistlichen Missbrauch“. Die LZ hatte die Veranstalter, zwei Freikirchen, die freie evangelische Gemeinde Extertal und die Gemeinde am Grasweg Lemgo, um Stellungnahme zur Kritik gebeten. Damals sahen sich die Verantwortlichen mit Verweis auf die Ferien- und Urlaubszeit dazu nicht in der Lage. Doch nun ist der Sommer vorbei, und es gab ein Gespräch mit dem Kreisjugendamt. Die Gemeinden weisen darauf hin, dass es das „Lippe-Sola“ bereits seit 1993 gibt. „Seit Jahren werden die Programme durch pädagogisch geschulte Mitarbeitende geplant und umgesetzt. Regelmäßige Schulungen zum Kindeswohl und intensive Vorbereitungen sorgen für eine sichere und wertschätzende Umgebung, in der Kinder und Teens ihr Potenzial entfalten können“, heißt es schriftlich. Ziel sei es dabei, dass Kinder und Teenager Gott und seine Liebe in Jesus kennenlernen. „Wir wollen Lernende bleiben“ Die gute Qualität und die Leidenschaft, mit der die Mitarbeiter dabei vorgingen, seien jedoch keine Selbstläufer. „Deswegen wollen wir immer Lernende bleiben“, schreibt Tom Reed, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde am Grasweg. Weil die Berichterstattung über das Zeltlager auch beim Kreisjugendamt für „große Irritationen“ gesorgt hatte, kam es zum Gespräch mit den Trägern. Darin sei die pädagogische Arbeit insgesamt vorgestellt und das Zeltlager thematisiert worden. In einem Bericht, der im Jugendhilfeausschuss vorgelesen wurde, heißt es: „Die umfangreichen Schilderungen zum inhaltlichen Tages- und Wochenablauf des Trägers hätten verdeutlicht, dass die pädagogische Arbeit und Wertevermittlung im Vordergrund gestanden habe und das Thema inhaltlich nicht prägend für den Camp-Alltag gewesen sei.“ Die Gemeinden hätten sich aber offen für die vorgebrachte Kritik und Bedenken gezeigt. Künftig sollen die Themenwahl und Kommunikation der Sommercamps mit der Jugendförderung abgestimmt werden. „Das Angebot der weiteren Zusammenarbeit nehmen wir gerne an und haben zum Beispiel den Jugendschützer des Kreises Lippe zum nächsten ,Lippe-Sola’ eingeladen. Für Qualitätsverbesserung und konstruktive Kritik bleiben wir gerne weiterhin offen und freuen uns darüber, einen wertvollen Beitrag zu naturverbundener und christlicher Jugendarbeit mit guter Qualität in Lippe leisten zu können“, heißt es abschließend. Katrin Freiberger, Vorsitzende der SPD in Lippe, wollte im Ausschuss dennoch wissen, was bei wiederholten Missständen passieren würde. Ulrike Glathe, Fachbereichsleiterin Jugend und Familie beim Kreis Lippe, entgegnete, dass die Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe aberkannt werden könne. Das müsste dann vom zuständigen Jugendamt geprüft werden. Lesen Sie hier: So lief das christliche Abenteuerzeltlager ab Lesen Sie auch: Das sagen Experten zum Abenteuerzeltlager in Extertal