Extertal. Eigentlich sollte die Kurve an der Sternberger Straße, an der sich nach Baumfällarbeiten 2022 ein Abhang auftat, längst mit einer Leitplanke gesichert sein. Wer dort regelmäßig vorbeikommt, dürfte allerdings feststellen, dass das nach wie vor nicht der Fall ist. Schon 2024 war es zu Verzögerungen gekommen. Im April des Jahres hieß es dann: Die Leitplanke wird 2025 gebaut. Beim Blick auf den Kalender wird allerdings schnell klar: Auch das wird wohl nichts mehr. Grund ist nach wie vor die Stabilität der Böschung und die Tatsache, dass neben dem Bau der Leitplanke auch die Erneuerung eines Durchlasses für einen Bach unterhalb der Burg Sternberg angegangen werden soll. Denn für beides wird eine Vollsperrung nötig sein. Und für beide Maßnahmen ist einiges an Vorarbeiten nötig, wie Maximiliane Plöger, Pressesprecherin von Straßen NRW, ausführt. „Unsere Planungsabteilung hat in Abstimmung mit den Experten der Landespflege und Wassertechnik festgelegt, dass eine leichte Verschiebung des Durchlasses gut ist, um Verbesserungen für die Tierwelt zu schaffen“, erklärt Plöger. Durch ein Kastenprofil mit einer sogenannten Trockenberme werde der Durchlass aufgewertet. „Eine Trockenberme meint einen künstlich angelegten, horizontalen Uferstreifen oder Laufsteg oberhalb des Wasserstands und damit dauerhaft trocken, damit Tiere sicher unter Durchlässe oder Brücken wandern können“, erläutert Maximiliane Plöger. Rücksicht auf die Natur Mehrere Bodengutachten hätten allerdings ergeben, dass die heutigen Böschungen wegen ihrer „Steilheit“ dafür nicht ausreichend stabil seien. In der aktuellen Planung sei deswegen ein flacherer Böschungswinkel vorgesehen, damit die Böschung auch die nächsten Jahre standsicher ist. „Die Maßnahme befindet sich in einem landschaftlich sehr sensiblen Bereich. Neben der bewaldeten Bestandsböschung ist auf den angrenzenden Flächen ein sogenannter FFH-Lebensraumtyp kartiert worden“, so die Pressesprecherin. Mit FFH ist die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union gemeint. Diese Lebensraumtypen müssen dieser Richtlinie zufolge erhalten bleiben und besonders geschützt werden. In Extertal ist es der Waldmeister-Buchenwald. Aus diesem Grund seien Abstimmungen sowohl mit der Unteren Naturschutzbehörde als auch der Höheren Naturschutzbehörde notwendig, erklärt Plöger. Darüber hinaus sei ein Grunderwerb erforderlich, der aktuell geklärt werde. Straßen NRW befinde sich dazu im Austausch mit den angrenzenden Eigentümern. Ursprünglich hatte der Landesbetrieb entschieden, gar keine Leitplanke zu bauen. Eine formale Verpflichtung hätte dazu auch nicht bestanden, erklärt Maximiliane Plöger. Anfang 2023 hieß es etwas vereinfacht gesagt: Die Böschung ist nicht so steil, wie sie auf den ersten Blick aussieht. Außerdem könnte eine solche zur Gefahr für Motorradfahrer werden. Daraufhin wurden an Straßen NRW allerdings etliche Bedenken herangetragen, auch die Redaktion erreichten einige Nachrichten zum Thema. Der Landesbetrieb lenkte ein und entschied sich schließlich für den Bau. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite werden übrigens sogenannte Rasengittersteine verbaut, die verhindern sollen, dass Fahrerinnen oder Fahrer, wenn sie zu weit nach rechts geraten, in die Böschung rutschen. Wann all das passieren wird, ist derzeit allerdings noch offen.