Extertal. Nach rund 14 Monaten Bauzeit hat die VSB-Gruppe den Windpark Extertal in der Nähe der Linderbrucher Straße bei Schnorbeck pünktlich in Betrieb genommen. Es handelt sich um zwei Windkraftanlagen, die laut Mitteilung im Frühjahr feierlich eingeweiht werden sollen.
Nach der Inbetriebnahme im Dezember drehen sich die Windräder nun zuverlässig, teilt der Projektentwickler für Windenergie, Photovoltaik und Batteriespeicher mit Sitz in Dresden mit. Es handelt sich um Anlagen der Firma Enercon mit einer Gesamthöhe von 199,2 Metern, einer Nabenhöhe von 130,07 Metern und einem Rotordurchmesser von 138,25 Metern.
Auch die Gemeinde profitiert
Zusammen erreichen die Windräder eine Nennleistung von 8,4 Megawatt (MW) und erzeugen damit laut VSB im Durchschnitt so viel Strom, wie rund 15.000 Menschen pro Jahr verbrauchen. Das entspreche rechnerisch etwa einem Drittel mehr Energie, als die Einwohner von Extertal verbrauchen. Die Gemeinde wird, wie es das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorsieht, pro Anlage mit 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde finanziell an den Erträgen beteiligt.
„Zum Jahresauftakt freuen wir uns über den Netzanschluss und die erfolgreiche Inbetriebnahme des Windparks Extertal. Unser Dank gilt allen Partnern und beteiligten Unternehmen für die professionelle Zusammenarbeit sowie die reibungslose und schnelle Umsetzung auf der Baustelle. Wir danken zudem der Gemeinde Extertal und den Grundstückseigentümern für ihr Vertrauen in unsere Planungen“, wird Thomas Winkler, Geschäftsführer der VSB Deutschland, in der Mitteilung zitiert.
Künstliche Intelligenz hilft
Dr. Felix Grolman, CEO der VSB-Gruppe, ergänzt: „Der Windpark Extertal steht beispielhaft für die Verbindung von technischer Innovation, regionaler Wertschöpfung und ökologischem Verantwortungsbewusstsein. Der Einsatz moderner KI-Lösungen hält in zahlreichen Bereichen der Windparkplanung und Anlagentechnik Einzug und macht damit erneuerbare Energie noch effizienter und somit wirtschaftlicher.“
Auch während des Betriebs soll die Fläche unter den Anlagen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Dabei komme eine automatisierte Bewirtschaftungserkennung zum Einsatz, die auch dem Vogelschutz dienen soll. An den Türmen der beiden Anlagen seien dazu jeweils vier Kameras installiert, die eine Rundumsicht ermöglichen. Diese würden landwirtschaftliche Aktivitäten erfassen - insbesondere den Einsatz von Mäh- und Erntemaschinen.
Die Bilddaten würden in Echtzeit durch künstliche Intelligenz ausgewertet und über eine Software an den Betriebsführer übermittelt. Nähern sich die Maschinen den Anlagen, könne schnell über einen zeitweisen Anlagenstopp entschieden werden. So würden beispielsweise auch Greifvögel wie der Rotmilan besser geschützt, wenn sie während der Ernte auf den Feldern jagen.
Rückbau startet
Sobald die Witterungsverhältnisse es zulassen, soll nun der Rückbau rund um die Anlagen, die Ausbaustellen und Transportwege beginnen. Mit einem Windparkfest für die ganze Familie würden die Windräder im Frühjahr offiziell eingeweiht. Nähere Informationen dazu sollen in den kommenden Wochen folgen.