Horn-Bad Meinberg / Belle. Mitten in der Corona-Pandemie einen Imbiss zu eröffnen, zeugt von Wagemut. Der Beller Jörn De Le Roi hat es, den Umständen zum Trotz, getan – und ist zufrieden. Gleich am Ortseingang von Belle steht seit August Jörn De Le Rois Imbiss „Die Frittenschmiede". Eigentlich betreibt der 48-Jährige ein Tattoostudio in Detmold, jetzt bietet der 48-Jährige auf seinem Grundstück in Belle unter dem Motto „Regional.Frisch.Nachhaltig" klassische Imbiss-Kost und Spezial-Burger wie den Grünkohl-Burger an. Ein Wunschprojekt von ihm, dass er schon seit Längerem realisieren wollte. „Als leidenschaftlicher Motorradfahrer hat man hier nicht so viele Optionen für einen Zwischenstopp mit Currywurst", erklärte der Imbissbesitzer. „Da habe ich mich dann selbst der Sache angenommen." Seit 13 Jahren betreibt er das Tattoostudio „Die Farbwerkstatt" in Detmold. Allerdings ist Jörn De Le Roi auch ein passionierter Hobbykoch. Im Gespräch mit der LZ scherzt er über die vielen Liter Currysoße, die er auf der Suche nach dem perfekten Ergebnis angerührt hat.Im Januar hatte er beschlossen, seine Pläne in die Tat umzusetzen. Doch nach ersten Fortschritten im Frühjahr hat er das Projekt coronabedingt zunächst auf Eis legen müssen. Erst die Lockerungen der Hygienemaßnahmen im Sommer erlaubten es ihm, den Laden endlich zu öffnen. Seitdem arbeitet er mit seiner fünfköpfigen Mannschaft in Teilzeit am Erfolg. Das Konzept der „Frittenschmiede" baut auf Nachhaltigkeit auf. Hauptzutaten wie das Fleisch oder die Burgerbrötchen bezieht er ausschließlich aus der Region. So startete er beispielsweise auf der Suche nach einem Bäcker einen Aufruf im Netz. So kam die Kooperation mit der Lemgoer Bäckerei Pyka zustande, die jetzt die Burgerbrötchen liefert.Wie die Brötchen kommt auch das Fleisch aus dem Kreis Lippe. Durch die Zusammenarbeit mit der Fleischerei Jobst aus Pivitsheide ist es dem Beller Unternehmer möglich, die kurzen Lieferwege und die Kontrolle über die Qualität beizubehalten. Selbst der Großteil der Verpackungsmaterialien sei ohne Weiteres kompostierbar, versicherte De Le Roi. Dorfgemeinschaft und hungrige Fahrer Und das Konzept geht auf. Auch im November lassen sich die Kunden nicht vom Wetter oder von verschärften Corona-Regeln davon abhalten, den Imbiss zu besuchen. Die Kundschaft besteht zum größten Teil aus der Dorfgemeinschaft und hungrigen Fahrern von der Bundesstraße. Besonders glücklich ist De Le Roi über die Kunden, die seine Spezial-Burger testen wollen. „Wir hatten schon Kunden, die extra aus Gütersloh gekommen sind. Das ist irre!", findet der 48-Jährige. Einige von ihnen werden dabei geradezu kreativ. So maßen ein paar Detmolder die vorgeschriebenen 50 Meter Sicherheitsabstand zum Imbiss ab und aßen dann am mitgebrachten Campingtisch. Die Aktion kommentierte der Beller dann auf den Facebook- und Instagram-Seiten des Imbisses. „Wir haben mit ABSTAND die besten Kunden." Von dem geplanten Ansiedlungsvorhaben des Versandriesen Amazon im Industriepark Lippe verspricht sich De Le Roi nicht viel für sein Geschäft. Die Anbindung für das geplante Logistikcenter sei ja nach seinen Informationen so geplant, dass potenzielle Neukunden nicht den Weg zu ihm nach Belle finden würden. Das sieht allerdings Rüdiger Krentz, Wirtschaftsförderer bei der Stadt Horn-Bad Meinberg, anders: „Wir gehen davon aus, dass ein Drittel des Verkehrs durch Belle läuft. Mit der Eröffnung des Imbisswagens hat er alles richtig gemacht."Insgesamt zieht der Betreiber der „Frittenschmiede" die gleiche Bilanz: „Wir haben alles richtig gemacht. Wir haben zwar den nötigen Zeitaufwand unterschätzt, aber es lohnt sich und macht richtig Spaß".