Horn-Bad Meinberg. Was passiert nun mit dem Bad Meinberger Badehaus?, fragen sich viele Bürger. Die Interessengemeinschaft (IG) Badehaus hat nun der Verwaltung und Politik einen neuen Vorschlag unterbreitet. Vertreter der IG, Bernd Krähe, der eine Petition für das Badehaus initiiert hat, Stadtsportverbandsvorsitzender Andree Dietrich sowie Sebastian Vogt von der Stadtverwaltung zeigten Geschäftsführer Jens-Wilhelm Brand von der Bielefelder Firma Constrata die Räumlichkeiten. Diese hat sich einen Namen mit Projektmanagement und Projektsteuerung im Bauwesen gemacht, insbesondere im Bereich Schwimmbäder und Wasserfreizeitanlagen. Arbeitskreis bereitet vor Die Interessengemeinschaft schlägt nun vor, einen kleinen Arbeitskreis mit Vertretern von IG, Verwaltung und Fachleuten auch aus der Politik zu gründen, der in den nächsten zwei Monaten einen Ablaufplan für das Badehaus vorlegt. Es soll darum gehen, mit welchen Maßnahmen eine kurzfristige Inbetriebnahme des Badehauses möglich ist. Ein relativ sicherer Betrieb soll dann für die nächsten drei bis fünf Jahre mit Sanierungen kurzfristig umgesetzt werden. IG-Sprecher Dr. Michael Haack geht dabei von einer Summe von unter 500.000 Euro aus. Zeitgleich sollte nach Ansicht der IG eine umfassende Planung erstellt werden, wie das Badehaus für die Zukunft ertüchtigt werden kann. Das werde vermutlich fünf Jahre dauern, schätzt Dr. Haack. Eine dafür notwendige Planung, verbunden mit der Beauftragung eines Fachmannes, werde Geld kosten, weiß er. Kosten im Blick Mit Jens-Wilhelm Brand würde die Stadt jedoch einen kompetenten Planer an der Hand haben. Das mit mehreren Standorten aufgestellte Unternehmen wirbt damit, das große Ganze im Blick und gleichzeitig Expertise für die vielen technischen und organisatorischen Aufgaben zu haben. Laut Dr. Haack haben die Firma und deren Geschäftsführer weitreichende Kenntnisse darüber, wo und wie die Stadt Fördermittel bekommen könne. Das könne diese sich zunutze machen. Wie berichtet, hat die Verwaltung bislang erfolglos versucht, Fördermittel zu bekommen, weil es für die Zielsetzung kein passendes Programm gab. Der Sprecher der IG geht davon aus, dass sich die Stadt vermutlich nicht an den Investor vertraglich binden werde. Die Interspa-Gruppe hat Schlagzeilen in Zusammenhang mit dem Betrieb eines Freizeitbades und einer Insolvenz im unterfränkischen Marktheidenfeld gemacht. Dort gab es einen Rechtsstreit zwischen Stadt und Betreiber. Das Bad dort verfällt seit Jahren. In der jüngsten Ratssitzung hatte IG-Sprecher Dr. Michael Haack kritisiert, dass ein Termin mit einem Sachverständigen für Betonsanierungen seitens der Verwaltung abgesagt worden war. Nachdem er sich beklagt hatte, dass die Verwaltung unentgeltliche Aktivitäten von Bürgern nicht wertschätze, hatte sich die Politik eingemischt und eine Begehung befürwortet. In der Ratssitzung gab es Informationen zur erfolgten Dichtheitsprüfung. Nach Einschätzung eines Gutachters ist die Beckenabdichtung drinnen teilweise nicht mehr funktionsfähig. Die IG weist darauf hin, dass das Ingenieurbüro keine Kernbohrung vorgenommen habe und der Beton nicht geröntgt wurde. Jens-Wilhelm Brand habe bei der Begehung dagegen deutlich gemacht, dass das Verpressen der kleinen Risse zunächst völlig ausreiche. Bei einem Interimsbetrieb könnten die oberen Innenschichten abgefräst, ersetzt und dann neu verfugt werden. Das sei eine erheblich kostensparendere Methode gegenüber einem Edelstahlbecken, so Dr. Michael Haack. Das Badehaus steht als Hauptpunkt auf der Tagesordnung der Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 13. Mai. Beginn ist um 18 Uhr im Rathaus in Horn.