Kalletal-Bentorf. Im vergangenen Jahr hat der Museumsverein Kalletal den 135. Geburtstag der Windmühle Brink in Bentorf gefeiert. In diesem Jahr konnte die Sanierung der 1889 erbauten Holländerwindmühle dank einer Förderung und Spenden abgeschlossen werden. Es handelt sich immerhin um die einzige noch betriebsfähige Windmühle im Originalzustand in Lippe. Beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September, kann sie wieder in der Zeit von 13 bis 17.30 Uhr besichtigt werden. Und wenn das Wetter mitspielt, können die Vereinsmitglieder den Besuchern sogar den Mühlvorgang zeigen. Damit das möglich ist, musste der Verein drei Baustellen abarbeiten, wie Manfred Gruber, stellvertretender Vorsitzender, berichtet: Am schlimmsten sei das kaputte Zahnrad für das Windrosengetriebe gewesen. Das sorgt dafür, dass sich das Flügelkreuz in den Wind dreht. „Wir haben erst versucht, es zu reparieren, aber es musste schließlich neu gemacht werden“, so Gruber. Und Horst Morscheiser, technischer Berater, ergänzt: „Ein Zahn war abgebrochen. Wir haben zunächst einen Bolzen aufgeschweißt, aber der hat nicht gehalten.“ So musste das alte Zahnrad ausgebaut, die alte Welle aufgelöst und ein neues Zahnrad samt Welle eingebaut werden. Und das alles in luftiger Höhe. Denn die Windmühlenkappe ist offen. Kosten von fast 25.000 Euro Außerdem waren alle 24 Saumleisten (je sechs pro Flügel) am Flügelkreuz marode, die die Jalousieklappen halten. Um die Leisten zu ersetzen, mussten alle Klappen aus- und wieder angebaut werden. Das kostspieligste Unterfangen der drei Sanierungsmaßnahmen. Es ging um 16.300 Euro. Zu guter Letzt musste noch das Bremsband am Kammrad neu ausgerichtet werden. Insgesamt hat die Sanierung fast 25.000 Euro gekostet, so Gruber. Diese Summe konnte der Museumsverein nicht alleine aufbringen und war daher auf Unterstützung angewiesen. Im Herbst 2023 beantragte der Verein Mittel aus dem Denkmalförderprogramm. Den Zuwendungsbescheid gab es jedoch erst ein Jahr später. Eher konnte der Fachbetrieb aus Hille auch nicht beginnen. 10.000 Euro gab es vom Land als Förderung. Weitere 10.000 Euro kamen von der Stiftung F.v.D.J.H. Dres. Rüggemeier aus Bielefeld, die sich unter anderem der Denkmalpflege verschrieben hat. Der Rest stammt aus Eigenmitteln des Museumsvereins. Monika Brink, deren Familie Eigentümerin der Windmühle ist, sagt: „Wir haben speziell bei Tagen der offenen Tür oder beim Mühlenfest für die Sanierung gesammelt.“ Tag des offenen Denkmals Der Verein hofft, dass durch die nun wieder betriebsbereite Mühle weiterhin das Interesse der Bevölkerung an der Bau- und Kulturgeschichte gefördert wird - so auch am Tag des offenen Denkmals. Vereinsvorsitzender Dierk Schlingmann hofft auf viele Gäste, obwohl die Veranstaltung mit der Kommunalwahl auf einen Tag fällt. Letztlich brauche es auch genügend Wind, damit der Mahlvorgang gezeigt werden kann und gutes Wetter, damit Besucher kommen. Bürgermeister Mario Hecker hat sich zur Eröffnung angekündigt. Die Mühle kann besichtigt werden. Im Backhaus wird gebacken. Es gibt Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke.