Detmolder halten Mahnwache für die Opfer in Hanau

Torben Gocke

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Zahlreiche Menschen gedenken der Opfer von Hanau - © Torben Gocke
Zahlreiche Menschen gedenken der Opfer von Hanau (© Torben Gocke)

Detmold. Rund 200 Menschen sind am Freitag dem Aufruf des Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold zur Kundgebung gefolgt. Auf dem Marktplatz gedachten sie der Opfer von Hanau und mehrere Redner ergriffen das Wort.

„Es ist beschämend, dass wir in Deutschland Menschen unter uns haben, die sich über solchen Terror lustig machen. Und es ist beschämend, dass Menschen in diesem Land Angst haben müssen", sagte Detmolds Bürgermeister Rainer Heller. Aus seiner Sicht sei es unerträglich, dass Politiker der Alternative für Deutschland als Brandbeschleuniger für solche Taten wirkten. Die Zeit bloßer Empörung sei für ihn vorbei. „Wir müssen jetzt mit demokratischen Mitteln dafür sorgen, dass diese Brandbeschleuniger nicht länger in unsere Parlamente kommen", sagte Heller. Die selbstgewählte Opferrolle wolle der Bürgermeister der AfD nicht länger zugestehen.

Bürgermeister Rainer Heller zeigt sich bestürzt, dass Menschen in Deutschland in Angst leben müssen. - © Torben Gocke
Bürgermeister Rainer Heller zeigt sich bestürzt, dass Menschen in Deutschland in Angst leben müssen. (© Torben Gocke)

Der Anmelder der Kundgebung, Volker Wiemann, griff diese Worte in seinem Beitrag ebenfalls auf: Es sei höchste Zeit, der islamfeindlichen und rassistischen Propaganda entschiedenen, demokratischen Widerstand entgegenzusetzen.

Im Zusammenhang mit den Morden in Hanau stellte Wiemann die Frage, wie es sein könne, dass solch ein Täter ganz legal in den Besitz von Waffen komme? „Wir fordern: Strengere Waffenscheinkontrollen und bessere Kontrolle von Schützenvereinsmitgliedern! Aus meiner Sicht brauchen solche Vereine überhaupt keine Waffen und Munition, mit denen Menschen ermordet werden können", sagte Wiemann. Weiter sagte er: Die AfD sei eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft – überall da, wo sie aktiv werde, müsse man ihr entgegentreten.

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