Stanzen statt nähen: Detmolder Unternehmen bietet Masken aus Pappe

Dirk Baldus

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Mit der TaskMask den Masken-Bedarf decken will die Druck- und Service-Sparte der Giesdorf Mediengruppe, hier mit Felix Wallbaum, Lisanne Bobe und Fabian Droletz. - © Baldus
Mit der TaskMask den Masken-Bedarf decken will die Druck- und Service-Sparte der Giesdorf Mediengruppe, hier mit Felix Wallbaum, Lisanne Bobe und Fabian Droletz. (© Baldus)

Kreis Lippe. Sachsen macht’s schon länger, andere auch. NRW zieht ab Montag nach und verpflichtet die Menschen beim Einkauf oder im Bus zum Tragen einer Schutzmaske. Eines der derzeit größten Probleme: Wie kann hinreichend Nachschub produziert werden? Die Druck- und Service-Sparte der Giesdorf Mediengruppe in Detmold kann da Abhilfe schaffen. Hunderttausendfach.

Daniel Wessels und Felix Wallbaum, Vertriebsleiter der Bösmann Medien und Druck GmbH, haben in den vergangenen 14 Tagen mit ihrer Mannschaft und mit Hochdruck nach einer Lösung gesucht und sie schließlich gefunden. Mit faltbaren Masken aus dünner Kartonage. Vorgestanzt und perforiert, lässt sich aus einem Bogen im Handumdrehen ein Mund-Nasen-Schutz zum einmaligen Gebrauch bauen.

Sicher, für eine stundenlange Nutzung ist das Produkt ungeeignet. Und die medizinischen Sicherheits-Anforderungen, die Kliniken vorbehalten sein soll, erfüllt es auch nicht. „Aber das kann auch kein Mundschutz aus Baumwolle und kein hochgezogener Schal leisten", weiß Wessels.

Pappe besser als Stoff

Der Zweck der sogenannten TaskMask, die nach den Bewertungsmaßstäben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter die sogenannten Community-Masken fällt, ist klar: Die Menschen, die sich auf engem Raum aufhalten, sollen beim Niesen oder Husten so wenig wie möglich der ausgestoßenen Aerosole verteilen. Hierbei, erklärt Henning Diedrich, Finanzchef der Mediengruppe und Verantwortlicher der Drucksparte, habe Pappe durchaus eine bessere Eigenschaft als Stoff.

„Durch dieses Material kann niemand hindurchpusten." Dennoch bleibe durch den Zuschnitt und die Öffnungen unterhalb des Kinns genug Raum für die Zufuhr des notwendigen Sauerstoffs. Weiterer Vorteil: Durch vorgestanzte Faltflächen an der Ohrenbefestigung könne die Größe in drei Stufen eingestellt werden.

Die Maske ist ein hochwertiges Wegwerfprodukt, das wissen auch ihre Erfinder von Bösmann. Aber genau darin könnte der Vorteil liegen. Beispiel Supermarkt: Würden Edeka, Rewe oder die anderen Einzelhandels-Riesen den Zutritt nur mit Community-Masken erlauben, müssten sie eine große Menge vorhalten. Masken aus Pappe könnten den Bedarf decken, sie würden am Eingang bereit liegen oder vor der Tür verteilt werden. Weiteres Plus: Sie sind bedruckbar und eignen sich somit gleichzeitig als Werbeträger. „Der Vorteil der schnellen Verfügbarkeit gilt aber auch für Verkehrsbetriebe, Busunternehmen oder vielleicht sogar Schulen, die jetzt alle nicht in der Lage sind, zügig hinreichend Masken zu organisieren", erhofft sich Wallbaum einen Erfolg der geschützten Erfindung. Und: In entsprechenden Behältern gesammelt, kann sie dem Recycling zugeführt werden.

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Der Zusammenbau ist nicht kompliziert, eine im Inneren aufgedruckte Faltanleitung zeigt, wie’s geht. Mehr noch: Wer den aufgedruckten QR-Code mit seinem Smartphone einscannt, kommt auf ein erklärendes Youtube-Video. Im Web gibt es zudem einen Shop und eine ausführliche Info-Seite.

Und was ist mit dem Muster? Henning Diedrich ist da offen, ab einer bestimmten Stückzahl könne jeder Wunsch erfüllt werden. Ob nun Logo der verteilenden Firma, ein kesser Spruch oder ein ausgefallenes Design, so gut wie alles sei denkbar. „Und vor Ausdünstungen der Druckfarbe muss sich niemand fürchten. Diese wird auch für Lebensmittelverpackungen genutzt und ist sicher", weiß Diedrich.

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