Lippes Landwirte bereiten den Acker auf Mais und Kartoffeln vor

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Frühjahrsarbeiten: Die Bauern bereiten derzeit die Felder für Mais und Kartoffeln vor. - © WLV
Frühjahrsarbeiten: Die Bauern bereiten derzeit die Felder für Mais und Kartoffeln vor. (© WLV)

Kreis Lippe. Viele sind in diesen Coronazeiten häufiger in der Natur unterwegs. Spaziergänger und Freizeitsportler fragen sich, was die Bauern gerade auf den Äckern tun. Und weil das typische Aprilwetter so langsam vorbei ist, gibt es auch einiges zu tun. Die Landwirte bereiten das Ackerland für Mais und Kartoffeln vor.

Die Temperatur beeinflusst die Geschwindigkeit der Stoffwechselprozesse in den Pflanzen und so das Pflanzenwachstum. „Grob kann man sagen, dass Pflanzen erst ab ungefähr + 5 °C mit dem Wachstum beginnen. Dieses ist allerdings nur ein ungefährer Wert, denn verschiedene Pflanzenarten haben auch ein unterschiedliches Wärmebedürfnis", erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Lippe Dieter Hagedorn. So könne Wintergetreide schon ab +2,5 °C wachsen während Mais erst bei + 8 °C loslege.

Optimale Wachstumsbedingungen

Werde es jetzt draußen wärmer, würden auch die Pflanzen schneller wachsen, allerdings nur bis zu einer gewissen Temperatur. Werde es den Pflanzen zu warm, verlangsame sich das Wachstum wieder. Das Frühjahr biete also optimale Wachstumsbedingungen.

Das Wetter bestimme auch die Zeit der Aussaat. Pflanzenarten wie das Wintergetreide würden schon im Herbst ausgesät und andere wie Mais, Rüben, Sommergetreide oder Kartoffeln erst im Frühjahr. „Wintergetreide kann Kälte und Frost bis zu einem gewissen Maß vertragen. Es braucht sogar einen Kältereiz im Winter, damit es im Frühjahr richtig mit dem Wachstum beginnen kann. Deshalb säen die Bauern dieses schon im Herbst aus", sagt Hagedorn. Andere Pflanzen vertragen hingegen keine Minusgrade. Mais oder Kartoffeln beispielsweise würden bei Frosttemperaturen erfrieren.

Der Mais wird "gelegt"

Der Mais werde in der Regel im Zeitraum von Mitte April bis Mitte Mai in den Boden gelegt. „Er braucht eine Bodentemperatur von etwa acht Grad, denn die Mindestkeimtemperatur liegt bei 8 bis 10 Grad", erklärt Hagedorn. „Übrigens: Wir Bauern sprechen von Mais legen, denn die kleinen gelben Maiskörner werden mit dem Maislegegerät in die Erde gelegt."

Und weitere Arbeiten stünden an. Ab Mitte April würden auch die Kartoffeln, die im August/September geerntet werden, gepflanzt. Sie benötigen eine Keimtemperatur von fünf bis sechs Grad. Zudem werde gedüngt, Acker, Grünland und Feldgras würden gepflegt.

Die Ackerbohnen seien schon in der Erde, die Zuckerrüben größtenteils um die Ostertage in den Boden gekommen. Sie bräuchten nun steigende Temperaturen, um mit dem Wachstum loszulegen. Auch die Spargelbauern warten auf wärmeres Wetter. „Aufgrund der kühlen Witterung ist der hiesige Spargel derzeit knapp", so Hagedorn.

Zufrieden mit dem Winterweizen

Mit den Winterweizen,-gersten und –rapsbeständen seien die Landwirte allerdings im Allgemeinen zufrieden. „Sie sind gut durch den Winter gekommen." Der viele Schnee und die Frostperiode im Februar habe keinen Schaden verursacht, denn die Schneedecke habe den Pflanzen ausreichenden Schutz geboten.

„Das Frühjahrswetter in diesem Jahr hat uns wieder etwas geerdet. Nach den letzten drei trockenen Jahren haben wir wieder einen kühlen und feuchteren Frühling." Das typische Aprilwetter der vergangenen Wochen mit Graupel, Schnee und Regen habe die Feldarbeiten zwar verzögert, das sei aber nicht schlimm gewesen. Zudem sei die Feuchtigkeit wichtig gewesen, um die Grundwasserspeicher weiter aufzufüllen. „Wir sind weiterhin im Minus und brauchen nach wie vor Regen", sagt Hagedorn. Für das Frühjahr wünscht sich der Vorsitzende einen Wechsel an Wärme und Feuchtigkeit, Sonne und Regen. Auch hofft er, dass es nicht mehr zu verspäteten Bodenfrösten kommt. „Je weiter die Vegetation ist, umso größer sind dann auch die Auswirkungen."

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