Kreis Lippe. „Der August setzt die im Ferienmonat Juli angestoßene Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt weitgehend fort“, analysiert Rainer Radler, Leiter der Detmolder Arbeitsagentur. „Nachdem im September die meisten jungen Leute ihre betriebliche oder schulische Ausbildung aufnehmen, und die Verantwortlichen in den Unternehmen nach der Urlaubszeit erneut einstellen, wird erfahrungsgemäß der Herbstaufschwung greifen. Das sind gewohnte saisonale Schwankungen, die unabhängig zu betrachten sind von der konjunkturellen Entwicklung, die aktuell kaum Beschäftigungsimpulse bringt. Der Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt indes: Der lippische Arbeitsmarkt ist in robuster Verfassung. Aktuell sind rund 350 Frauen und Männer weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als vor zwölf Monaten."
Weniger Arbeitslose als im Juli
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Lippe ist im August gesunken. Insgesamt waren 9555 Personen arbeitslos. Dies sind im Vergleich zum Vormonat 40 Personen weniger (minus 0,4 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres ist die Zahl der Arbeitslosen um 347 Personen (minus 3,5 Prozent) zurück gegangen. Die Arbeitslosenquote betrug im August 5,1 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,3 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte).
In der Arbeitslosenversicherung waren im vergangenen Monat 3209 Personen gemeldet. Dies sind fünf Personen weniger als vor einem Monat (minus 0,2 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres stieg die Zahl um 256 Personen (plus 8,7 Prozent).
Bürgergeld erhielten 35 Arbeitslose weniger als im Vormonat (minus 0,5 Prozent) und 603 weniger als im Vorjahr (minus 8,7 Prozent). Insgesamt zählten 6346 Personen und damit 66,4 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit sinkt
Insgesamt 1069 Arbeitslose sind im August im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt gewesen. Dies sind 60 Personen weniger als im Vormonat (minus 5,3 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 162 junge Menschen weniger arbeitslos (minus 13,2 Prozent).
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahre stieg zum Vormonat um 29 Personen (plus 0,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 17 Arbeitslose weniger (minus 0,5 Prozent). Insgesamt waren 3144 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Lippe arbeitslos.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Lippe ist um zehn Personen (plus 0,2 Prozent) gestiegen. 4298 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, davon bezogen 92,2 Prozent (3961 Personen) Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl dieser Arbeitslosen damit um neun Personen (plus 0,2 Prozent).
Die Unterbeschäftigung im Kreis Lippe ist im August zurück gegangen. Insgesamt sind 16.210 Personen ohne Beschäftigung. Dies waren im Vergleich zum Vormonat 90 Personen weniger (minus 0,6 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres stieg die Unterbeschäftigung um 732 Personen (plus 4,7 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich nach Angaben der Arbeitsagentur zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Arbeitsagentur meldet 426 offene Stellen
Die lippischen Arbeitgeber haben im vergangenen Monat 426 Stellen gemeldet und damit 49 mehr als im Vormonat (plus 13,0 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sank die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 57 Stellen (minus 11,8 Prozent). Im Bestand der Arbeitsagentur befinden sich insgesamt 2768 offene Stellen, vier mehr als vor einem Monat (plus 0,1 Prozent) und 650 weniger als vor einem Jahr (minus 19,0 Prozent).
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2022 meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Detmold 2433 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, 186 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus sieben Prozent). Zugleich gab es 2160 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 45 (minus zwei Prozent). Ende August waren 235 Bewerber noch unversorgt und 443 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber (minus 93 oder minus 28 Prozent), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war größer (plus 45 oder plus elf Prozent).