Kreis Lippe. Der lippische Arbeitsmarkt zeigt im November ein gemischtes Bild. Zwar sinkt die Arbeitslosenquote leicht, doch bleibt die Lage angespannt. „„Erfreulich ist, dass die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat leicht gefallen ist, doch Entlastungswirkungen – über das Normalmaß im Zuge des Weihnachtsgeschäftes – sind aktuell nicht vorhanden“, heißt es von Peter-Sebastian Jancker, kommissarischer Leiter der Arbeitsagentur Detmold, in einer Pressemitteilung zur aktuellen Situation. Die Zahl der offenen Stellen gehe zurück, der Markt bewege sich seit Monaten kaum. Das Weihnachtsgeschäft dürfte immerhin kurzfristig zusätzliche Jobs in Verkauf und Dienstleistung mit sich bringen.
Insgesamt waren im November 11.456 Menschen im Kreis Lippe arbeitslos, heißt es in der Mitteilung der Agentur für Arbeit. Das sind 44 weniger als im Oktober. Im Vorjahresvergleich steht jedoch ein Plus von 1.211 Personen. Die Arbeitslosenquote beträgt im November 6,1 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,5 Prozent. In der Arbeitslosenversicherung sind 3958 Personen gemeldet, 42 weniger als im Vormonat. Ein Anstieg von 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beim Bürgergeld bleibt die Zahl nahezu unverändert bei 7498 Betroffenen, rund 65 Prozent aller Arbeitslosen beziehen Bürgergeld. Gegenüber dem Vorjahr sind es 773 Personen mehr.
Zahl der Arbeitslosen über 50 steigt
Deutlich rückläufig ist die Jugendarbeitslosigkeit: 1168 Arbeitslose waren im November laut Agentur für Arbeit unter 25 Jahre alt. 95 weniger als noch im Oktober. Im Jahresvergleich ergibt sich jedoch ein Zuwachs (14,6 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen über 50 steigt weiter und liegt nun bei 4001 Personen, 45 mehr als im Vormonat.Die Langzeitarbeitslosigkeit wächst ebenfalls: 5205 Menschen in Lippe sind länger als ein Jahr ohne Arbeit, 21 mehr als im Oktober und 614 mehr als vor einem Jahr.
Die Unterbeschäftigung im Kreis Lippe sinkt derweil. Insgesamt sind 16.533 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 133 Personen weniger. Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Unterbeschäftigung um 18 Personen. „Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten, etwa wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist“, schreibt die Agentur für Arbeit.
Nur wenige offene Stellen
Sorgen bereitet der Stellenmarkt: Nur 330 neue Stellen wurden gemeldet. Das sind 46 weniger als im Oktober und 113 weniger als vor einem Jahr. Der Bestand offener Stellen liegt bei 2256 und damit deutlich unter Vorjahresniveau.
Auch regional sieht es laut Mitteilung ähnlich aus: In Ostwestfalen-Lippe sinkt die Arbeitslosigkeit zum Vormonat leicht, liegt aber über Vorjahresniveau. Die Quote beträgt 6,2 Prozent. Besonders niedrig bleibt sie im Kreis Höxter (4,3 Prozent), am höchsten ist sie in Bielefeld (8,9 Prozent). Der Stellenmarkt erholt sich insgesamt in OWL etwas stärker als in Lippe, bleibt aber weit unter Vorjahreswerten.