Detmold. Beständig wächst der Etat des Landestheaters. Bald wird er die 30 Millionen Euro knacken. Aktuell liegt er bei 27,85 Millionen Euro für die kommende Spielzeit 25/26 – die Gesellschafterversammlung hat den Finanzplan gestern ohne Gegenstimmen beschlossen. „Das ist erneut ein großes Bekenntnis zum Haus“, betonte Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Dr. Axel Lehmann. Vor der Kommunalwahl im September war es die letzte Sitzung in dieser Funktion für Lehmann: Er wird nicht wieder zur antreten und hat in seiner Funktion am Theater immerhin drei Intendanten erlebt, was nicht jeder von sich behaupten kann. 800.000 Euro mehr Lehmann stellte heraus, dass Steigerungen im Etat vor allem von Personalkosten getrieben sein. Entsprechend würden die Gesellschafter-Kommunen ihre Beiträge für das Theater um 8,5 Prozent von 8,9 Millionen Euro jährlich auf 9,7 Millionen Euro erhöhen. In Zeiten sehr knapper Kassen in den Städten, Gemeinden und Verbänden sei das ein großer Schluck aus der Pulle. Gleichzeitig zeige das die Verbundenheit mit dem Landestheater Detmold, dessen Bedeutung als kultureller Leuchtturm in die Region und darüber hinaus strahle und damit auch ein weicher Wirtschaftsfaktor für Lippe sei. „Wir hoffen“, so Lehmann, „dass das Land nachzieht. Vor zwei Jahren habe es seine Beiträge auf 12 Millionen Euro erhöht. „Wir hätten gerne 13,3 Millionen Euro“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende. Man bleibe in dieser Sache weiter in Gesprächen mit dem Land, denn klar sei: Auf Dauer könnten die Kommunen weitere Steigerungen nicht alleine stemmen. Dennoch könne das Theater in seinem Jubiläumsjahr – es wird 200 Jahre alt – mit dem aktuellen Wirtschaftsplan sicherlich gut arbeiten, von dem es immerhin zehn Prozent selbst finanziere, was für Theater nicht selbstverständlich sei und was einen deutlichen Beitrag zur Gesamtfinanzierung darstelle. Abstecher gut gebucht Die Entwicklung wirkt ohnehin positiv. Dieses Signal sendete auch Intendantin Kirsten Uttendorf bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans. „Einerseits danke ich allen für die ablaufende Spielzeit, mit der ich sehr zufrieden bin. Unser neues Team ist gut zusammengewachsen. Alle gehen mit großer Leidenschaft ihrer Arbeit nach, und die Produktionen sind sehr gut angekommen.“ Das belege zum Beispiel die Tatsache, ergänzt kaufmännischer Geschäftsführer Stefan Dörr, dass das Theater an Abos hinzugewonnen habe, fünf bis sechs Prozent. „Andere Häuser erleben Streichungen, wir erleben eine Erhöhung von 8,5 Prozent“, verglich Dörr – damit könne man fraglos zufrieden sein. Das gilt auch für die Lage auf dem Abstechermarkt. Das Landestheater generiert als größte Reisebühne Europas rund die Hälfte seiner Einnahmen auswärts. Letztes Jahr, erklärt Kirsten Uttendorf, habe es 60 unterschiedliche Gastspiel-Orte gegeben, auch in der Schweiz: „Und für die nächste Saison sind wir schon jetzt wieder fantastisch gebucht.“ Auch diese Entwicklung sei alles andere als normal, ergänzt Stefan Dörr: „Alle Kommunen sind schließlich knapp bei Kasse.“ Die nächste Spielzeit wird nach der Sommerpause gleich mit einem Fest beginnen, schildert die Intendantin. Für vier Open-Air-Festtage vom 28. bis 31. August wird vor dem Gebäude eine große Bühne aufgebaut, auf der es viel Programm geben wird. In diesem Zusammenhang wird auch der Theaterpreis 2025 verliehen. Die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen stehen dann im November auf der Agenda. Unterstützt würden die Festivitäten unter anderem mit mehr Sponsorengelder als sonst und mit 109.000 Euro von den Detmolder Theaterfreunden.