Wie fahrradfreundlich ist Lage? LZ und ADFC testen

Erol Kamisli

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An der Breitenheider Straße weisen mehrere Schilder auf den desolaten Zustand des Radwegs hin. Siegfried Seidel, LZ-Redakteur Erol Kamisli und Hagen Fiebig (v. li.) finden das nicht lustig. - © Bernhard Preuß
An der Breitenheider Straße weisen mehrere Schilder auf den desolaten Zustand des Radwegs hin. Siegfried Seidel, LZ-Redakteur Erol Kamisli und Hagen Fiebig (v. li.) finden das nicht lustig. (© Bernhard Preuß)
Auf dem Radweg am Hellweg gibt es Absenkungen, in denen sich Wasser, Eis und Schlamm ansammelt. Hagen Fiebig (mit Weste) zeigt Erol Kamisli: Schneisen helfen, damit Wasser ablaufen kann. - © Bernhard Preuß
Auf dem Radweg am Hellweg gibt es Absenkungen, in denen sich Wasser, Eis und Schlamm ansammelt. Hagen Fiebig (mit Weste) zeigt Erol Kamisli: Schneisen helfen, damit Wasser ablaufen kann. (© Bernhard Preuß)

Lage. Schlecht einzusehende Kreuzungen, fehlende Abstellmöglichkeiten und marode Radwege – immer wieder klagen Radfahrer über mangelnde Wertschätzung. Sie kennen Ärgernisse, die seit Jahren nicht behoben werden. Mit dem ADFC testen wir die Radfreundlichkeit und bitten Verantwortliche um Stellungnahme.

Nach den Tests in Detmold und Lemgo waren wir nun mit Hagen Fiebig und Siegfried Seidel in Lage am Hellweg/Ecke Hörster Straße (Landesstraße) sowie auf der Kreisstraße Breitenheider/Kameruner Straße unterwegs. Sie gehören zur Radgruppe des TUS Müssen-Billinghausen.

Ärgernis: Radweg Hellweg/ Ecke Hörster Straße (Landesstraße)

Radgruppe TUS Müssen-Billinghausen: Der Radweg verläuft parallel zum Hellweg. In Richtung Oerlinghausen wird es eng, holprig und gefährlich. „Der Weg, den Radler und Fußgänger nutzen, ist hier viel zu schmal", ärgert sich Fiebig. Und überall sei der Asphalt aufgeplatzt, da die Wurzeln der Bäume den Belag nach oben drückten. Zudem müssten am Radweg Schneisen geschaffen werden, damit sich Dreck und Regenwasser nicht auf dem Radweg sammelten. „Hier muss der gesamte Radweg saniert werden, das ist wirklich lebensgefährlich", fügt Radfahrer Seidel hinzu. Dafür sei Straßen.NRW zuständig, aber seit Jahren passiere nichts.

ADFC: „Gerade an Landesstraßen finden sich häufig Wurzelschäden, die das Überfahren teilweise lebensgefährlich machen. Ein Hinweisschild reicht nicht", sagt Werner Kloppmann vom ADFC Lippe.Vielmehr müsste die Straßenbauverwaltung regelmäßig (am besten zu Beginn der Radsaison) die Schäden erfassen und kurzfristig beseitigen lassen. An der Kreuzung wird der Radler über die Hörster Straße geführt. „Es kann vorkommen, dass er dabei auf der Mittelinsel stoppen muss, da die Ampel dann rot zeigt." Hier sollte die Ampel auf der Mittelinsel weggenommen werden, so dass man in einem Zuge queren könne.

Straßen.NRW: „Unser Team wird die Zustände untersuchen und gegebenenfalls Schneisen anlegen, damit sich das Regenwasser nicht auf dem Radweg staut", verspricht Sven Johanning, Sprecher von Straßen.NRW. Auch die Wurzelschäden würden detailliert unter die Lupe genommen – dies könne nicht an einem Tag geschehen. „Wenn diese Stellen eine Gefahr für Radler darstellen, werden sie natürlich einer Sanierung unterzogen."

Ärgernis: Radweg Breitenheider Straße/Ecke Kameruner Straße (Kreisstraße)

Radgruppe TUS Müssen-Billinghausen: Dieser Weg ist eine wahre Holperstrecke. Dies hat die Radgruppe beim Kreis schon mehrfach vorgetragen. „Die Antwort des Kreises waren vier Schilder, die auf Schäden am Radweg hinweisen", sagt Fiebig. Jedes Schild koste rund 400 Euro – die 1600 Euro wären besser für die Sanierung zu nutzen gewesen. Aber darauf warte man sehr lange. „Es ist wirklich ärgerlich, dass das Geld nicht in diese Strecke investiert wird", ärgert sich Fiebig. Es passiere einfach nichts, fügt der Ex-Polizeibeamte hinzu.

ADFC: Massive Schäden durch Wurzeln entstehen nicht von heute auf morgen, so dass man die Stellen bei regelmäßiger Befahrung kennen müsste. Kloppmann: „Da sowohl die Naturschutzbehörde als auch die Förderer des Radverkehrs dieselben Interessen vertreten, nämlich die Umwelt zu schützen, sollten diese Abstimmungen und die folgenden Maßnahmen zügiger erfolgen."

Kreis Lippe: In dem erwähnten Bereich an der Breitenheider Straße, Kreisstraße 5 Abschnitt 7, seien Schäden durch Wurzelaufbrüche festgestellt worden. „Um auf die Schäden aufmerksam zu machen, wurde umgehend die Beschilderung aufgestellt", sagt Kreissprecher Steffen Adams. Auch anderswo werde der Asphalt durch die Wurzeln der nebenstehenden Bäume hochgedrückt. Hierdurch entstünden Unebenheiten, die Decke bekomme Risse. „Der Kreis ist dabei, diese Abschnitte sukzessive instand zu setzen." Um eine dauerhafte Qualitätsverbesserung zu erreichen, würden alle Stellen kontrolliert – dabei sei die Fällung einzelner Bäume nicht auszuschließen. Dies müsse sich der Eigenbetrieb Straßen der unteren Naturschutzbehörde des Kreises absprechen.

Information

Radweg-Ärger?


Wenn Sie sich über den Zustand der Radwege oder die Pläne Ihrer Stadt ärgern, berichten Sie uns oder reichen Vorschläge per Mail an fahrrad@lz.de ein. Die LZ, Radio Lippe und der ADFC kommen vorbei, hören zu, fahren mit Ihnen die Strecke ab und fragen bei der Kommune nach. Über das Ergebnis berichten wir.

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