In Lemgo auf zwei Rädern für mehr Sicherheit

Erol Kamisli

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Erol Kamisli, Werner Kloppmann und Frank Loke unterwegs in Lemgo - © Vera Gerstendorf-Welle
Erol Kamisli, Werner Kloppmann und Frank Loke unterwegs in Lemgo (© Vera Gerstendorf-Welle)

Kreis Lippe. Schlecht einzusehende Kreuzungen, fehlende Abstellmöglichkeiten und marode Radwege – immer wieder klagen Radfahrer über mangelnde Wertschätzung. Sie kennen Ärgernisse, die seit Jahren nicht behoben werden. Mit dem ADFC und Radio Lippe testen wir die Radfreundlichkeit der Region und bitten die Verantwortlichen um Stellungnahme. Nach einem ersten Aufschlag in Detmold waren wir nun gemeinsam mit Werner Kloppmann, Fachgebietsleiter Radverkehr beim ADFC, und ADFC-Mitglied Frank Loke in Lemgo an der Rintelner Straße (B238) unterwegs. Weitere Checks in Lippe folgen.

Ärgernis Bushaltestelle an der Rintelner Straße

ADFC: „Der Radweg, der direkt an dem Bushaltestelle-Wartehäuschen vorbeiführt, ist unübersichtlich und gefährlich", sagt Kloppmann. Die Menschen, die an der Haltestelle auf den Bus warteten, seien immer auf den Radweg getreten. „Wenn der Bus kommt, schaut niemand, ob von links oder rechts ein Radler kommt, daher kommt es immer zu brenzligen Situationen", beklagt Kloppmann. Er schlägt vor, dass die Stadt den Radweg mit Piktogrammen auszeichnet, damit Fußgänger auf den Radweg aufmerksam gemacht werden. „Dies geht schnell und kostet wenig", sagt Frank Loke.

An der Bushaltestelle vor dem Klinikum wird es eng für Radler und Fußgänger - © Vera Gerstendorf-Welle
An der Bushaltestelle vor dem Klinikum wird es eng für Radler und Fußgänger (© Vera Gerstendorf-Welle)

Stadt Lemgo: Die Stadt sperre sich nicht gegen den Vorschlag, sagt Heiko Fischer, Abteilungsleiter Planung und Bau. Die Verantwortlichen würden dies schon bald prüfen und umsetzen.

Ärgernis schlechter Radweg

ADFC: Nur 700 Meter weiter auf dem Radweg an der B238 in Richtung Rinteln wird es eng, holprig und gefährlich. „Der Weg, den Radfahrer und Fußgänger gemeinsam nutzen, ist hier viel zu eng", schimpft Kloppmann. Und überall sei der Asphalt aufgeplatzt, da die Wurzeln der angrenzenden Bäume den Belag nach oben drückten. „Hier muss der gesamte Radweg saniert werden, das ist wirklich lebensgefährlich", fügt Radfahrer Loke hinzu. Dafür sei Straßen.NRW zuständig, aber seit Jahren passiere nichts.
Straßen.NRW: „Der Weg ist wirklich in keinem guten Zustand", räumt Sprecher Sven Johanning ein. Doch Abhilfe sei bereits in Sicht: „Die Stadt und die Stadtwerke werden innerhalb der nächsten fünf Jahre die dortige Wasserleitung erneuern, und in diesem Zuge werden wir den Radweg dann komplett sanieren."

Ärgernis Lücke im Radweg

Frank Loke, Werner Kloppmann und LZ-Redakteur Erol Kamisli (von links) nehmen den aufgerissenen Asphalt auf dem Radweg an der Rintelner Straße unter die Lupe. - © Vera Gerstendorf-Welle
Frank Loke, Werner Kloppmann und LZ-Redakteur Erol Kamisli (von links) nehmen den aufgerissenen Asphalt auf dem Radweg an der Rintelner Straße unter die Lupe. (© Vera Gerstendorf-Welle)

ADFC: Es geht weiter in Richtung Rinteln, dann nach rechts in den Lüerdisser Weg. Nach rund 100 Metern ist der Radweg zu Ende – ohne Vorwarnung müssen die Radler auf die Straße, um 200 Meter weiter wieder auf den Radweg abzubiegen. „Dies hier ist ein sehr gefährliche Stelle, da es keine Schilder gibt, die die Autofahrer und Radler warnen", sagt Kloppmann. Eine Hinweistafel würde helfen.

Straßen.NRW: „Der Radweg muss hier leider unterbrochen werden, da die Anwohner uns ihre Grundstücke nicht verkaufen wollen", erklärt Sven Johanning. Fahrradfahrer könnten die kurze Unterbrechung durch das angrenzende Wohngebiet umradeln. Es gebe im Wohngebiet ein Schild, aber man könne es auch am Lüerdisser Weg aufstellen. Er werde dies bei Straßen.NRW nun in die Wege leiten.

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