Lage sucht den schönsten Vorgarten

Knut Dinter

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Margarete Wißmann vom Fachteam Umweltplanung der Stadt Lage und Klimaschutzmanager Timoteus Peters - © Knut Dinter
Margarete Wißmann vom Fachteam Umweltplanung der Stadt Lage und Klimaschutzmanager Timoteus Peters (© Knut Dinter)

Lage. Die Stadt Lage hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, um den „schönsten Vorgarten" zu ermitteln. Doch was ist darunter zu verstehen? Den idealen Vorgarten schlechthin gebe es nicht, erklären Margarete Wißmann vom Fachteam Umweltplanung und Klimaschutzmanager Timoteus Peters. Es komme weniger auf Schönheit im herkömmlichen Sinn an. „Wir wünschen uns einfach mehr Farbe und mehr ökologische Gesichtspunkte, bunt statt grau."

Ein Vorgarten sei die Visitenkarte eines Hauses, jedoch jeder sei anders geartet, stellten die beiden Experten fest. Die Gestaltung hänge zum Beispiel von der Größe, der Bodenbeschaffenheit und der Sonneneinstrahlung ab. Daher wollten sie auch keine konkreten Vorgaben machen. Wer eine fachliche Beratung wünsche, könne sich an die Lagenser Garten- und Landschaftsbaubetriebe wenden. Wißmann und Peters verwiesen zum Beispiel auf die Unternehmen Schröder und Uhlig sowie auf das Blumenhaus Blume und Schwiegertochter, die den Wettbewerb unterstützen.

„Die Bewertung ist natürlich subjektiv", sagte Klimamanager Peters. Wer aber Artenreichtum, Vielseitigkeit und Nistmöglichkeiten fördern wolle, könne keine Stein- oder Rasenwüsten anlegen. „Wir möchten selbstverständlich, dass sich auch die Nachbarn den Vorgarten gern ansehen.

Er könne durchaus geordnet, müsse aber auch insektenfreundlich sein", sagte Peters. „Nur auf bunte Blumen und frisch gejätete Beete kommt es nicht an." Seine Kollegin ergänzte: „Keine Angst vor dem Wildkraut in der Fuge." Eine naturnahe Gestaltung könne die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere verbessern.

Der Trend zu versiegelten Steingärten zeige, dass die Pflege möglichst unaufwendig sein solle. Doch diese Erwartung werde nicht erfüllt. Nach spätestens drei Jahren sammle sich auch auf einer Kies- oder Schotterfläche viel Laub, Blüten und Staub an und lasse Pflanzen sprießen. Geringer Pflegeaufwand werde anders erreicht. In den vergangenen Jahren habe sich die Gartenbaubranche sehr gewandelt. Mittlerweile würden immer mehr wertvolle Stauden und selbst Bodendecker angeboten, die genügsam und dennoch nicht hochgezüchtet seien. „Sie benötigen nur jeweils einen Durchgang im Frühjahr und im Herbst", sagte Margarete Wißmann.

Für den Wettbewerb zum schönsten Vorgarten wurden bereits erste Fotos und schriftliche Anregungen bei ihnen eingereicht. Insgesamt gab es viele zustimmende Meinungen. „Die Bürger springen darauf an", glaubt Margarete Wißmann einen Trend zu erkennen.

Das Interesse an einer naturnahen Gestaltung der Grundstücke sei groß. Und dabei sei die Größe nicht ausschlaggebend, selbst ein kleiner Vorgarten könne dabei der biologischen Vielfalt dienen. Sollte die starke Resonanz anhalten, könne er sich vorstellen, den Wettbewerb erneut auszuschreiben, meinte Klimamanager Timoteus Peters zuversichtlich.


Für weitere Informationen sind Margarete Wißmann unter w.wissmann@lage.de, Tel. 05232-601-670 oder Tomoteus Peters unter t.peters@lage.de, Tel. 05232-601-673 zu errreichen.

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