Jugendcafé Lage: Chillen in altem Fachwerk

Cordula Gröne

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Das Jugendcafé ist fertig und wird am 19. Oktober geöffnet. - © Cordula Gröne(LZ)
Das Jugendcafé ist fertig und wird am 19. Oktober geöffnet. (© Cordula Gröne(LZ))

Lage. Cool und krass werden vielleicht Jugendliche sagen, die zum ersten Mal ins neue Jugendcafé an der Langen Straße 103 kommen. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses verwendeten andere Begriffe – doch es gefiel ihnen. Am 19. Oktober wird das Haus zum ersten Mal allen Jugendlichen in Lage zur Verfügung stehen.

„Ich bin sehr froh, dass wir diese Immobilie gefunden haben", resümiert Joshua Janzen vom Jugendmitwirkungsforum, der sich auch im Vorfeld mit seiner Kollegin Julia Eichner für die Einrichtung engagiert hatte. Ins Rollen gekommen, war alles durch eine Umfrage unter den Jugendlichen in Lage. Die hatten sich vor allem einen Standort in der Innenstadt gewünscht. Und das Haus sei tatsächlich sehr zentral, sowohl von der Sekundarschule aus als auch vom Schulzentrum, zeigt sich Janzen zufrieden.

Das Jugendcafé ist fertig und wird am 19. Oktober geöffnet. - © Cordula Gröne(LZ)
Das Jugendcafé ist fertig und wird am 19. Oktober geöffnet. (© Cordula Gröne(LZ))

Tische vom früheren Restaurant müssen raus

Viel habe nicht gemacht werden müssen, erzählt Julia Eichner. Nur ein paar Tische und Gegenstände vom früheren Restaurant Martins Genusswerk kamen raus. Malte Hombringhaus ist vom Träger der Einrichtung, der Arbeiterwohlfahrt, mit einer halben Stelle hier seit Oktober agestellt. Der 30-Jährige ist Erzieher und angehender Sozialarbeiter, der noch studiert. Ihm zur Seite steht ebenfalls mit einer Halbtagsstelle Vivien Bröker (19), die in Lage ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert. Sie arbeitet außerdem in der Offenen Ganztagsschule der Grundschlage Lage. Den beiden stehen Joshua Janzen und Julia Eichner ehrenamtlich zur Seite.

Julia Eichner, Malte Homringhaus, Joshua Janzen und Vivien Bröker (von links) engagieren sich im neuen Jugendcafé. - © Cordula Gröne(LZ)
Julia Eichner, Malte Homringhaus, Joshua Janzen und Vivien Bröker (von links) engagieren sich im neuen Jugendcafé. (© Cordula Gröne(LZ))

Die Stadt hat das Gebäude für zunächst zwei Jahre angemietet und zahlt der AWO 40.000 Euro für ein volles Jahr, um deren Kosten zu decken, sowie Miete und Nebenkosten. Genutzt werden kann das Erdgeschoss samt Profiküche und Kühlraum, wobei keine Speisen angeboten werden sollen, nur nichtalkoholische Getränke zum Selbstkostenpreis. Unten sorgen Holzbalken für Atmosphäre. Im ersten Stock gibt es zwei Räume mit Kickerspieltisch und einem Billardtisch. Letzterer ist zwar bestellt, aber noch nicht da. Die Schützengilde Lage hat ihn spendiert. Das ist auch der Grund dafür, dass das Gebäude nicht vollständig barrierefrei ist. Die Jugendlichen wollen bei einer Gehbehinderung mit eigener Körperkraft helfen.

Dachboden kann noch nicht genutzt werden

Ziegelsteine stützen im ersten Stock vor hellen Wänden noch leere Regale. Ein Besprechungs- und Büroraum sowie Toiletten befinden sich hier ebenfalls. Die AWO hat im Büro die Wände streichen lassen – viel musste nicht gemacht werden.

Im Dachgeschoss befindet sich ein voll möblierter großer Loungebereich – den die Jugendlichen allerdings nicht nutzen können. Der städtische Fachgruppenleiter Dirk Pahmeier erläutert: „Der Dachboden kann aus Brandschutzgründen und wegen fehlender Fluchtwege derzeit nicht genutzt werden." Zudem sei die Treppe hinauf sehr steil. Vor dem Haus stehen fest montierbare Bänke. „Es ist ein tolles Angebot, das wir da machen", findet Pahmeier. Der Standort im Kreuzungsbereich Lange Straße/Friedrichstraße sei einfach optimal.

Ein pädagogisches Konzept wird noch erarbeitet. Dazu will die Stadt erst sehen, welche Jugendlichen das Haus nutzen, sind sie eher jünger oder älter, beispielsweise. Zudem sollen sie daran beteiligt werden und sich mit ihrer Meinung einbringen. Stichwort Bürgerpartizipation. Zur Nutzung des Dachbodens und zum Konzept gab es Nachfragen seitens der Politik im Jugendhilfeausschuss. Beide Themen sollen in der nächsten Sitzung auf der Agenda stehen.

Plakate und Mund-zu-Mund-Propaganda helfen

Julia Eichner und Joshua Janzen werden in diesen Tagen Werbung für das neue Jugendcafé machen und Plakate am Haus und in den Schulen aufhängen. Auch im privaten Kreis soll sich das neue Angebot herumsprechen. „Das Jugendmitwirkungsforum hat sich gewaltig eingebracht bei der Planung und Umsetzung", lobt Dirk Pahmeier. Auch in Zukunft soll von dem Gremium aus Mithilfe erfolgen. Gespannt ist auch FSJlerin Vivian Bröker. Es gebe ein funktionierendes Gäste-WLAN erzählt sie. Ein paar Spiele, um sich die Zeit zu vertreiben, werden für die Jugendlichen zwischen 12 und 21 Jahren auch noch angeschafft.

„Ich finde das Haus für Jugendliche mega", sagte Angelika Schapeler-Richter (FWG/BBL) bei der Besichtigung. Allgemein kamen die Innenräume gut bei der Politik an. Der Rat hatte im Juli dem Projekt mehrheitlich zugestimmt, nur die AfD dagegen votiert.

Information
Das Jugendcafé ist ab 19. Oktober jeweils dienstags von 13 bis 18 Uhr sowie mittwochs und freitags von 15 bis 20 Uhr geöffnet.

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