Professor des Jahres lehrt in Lemgo

Astrid Sewing

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Beliebter Professor: Guido Falkemeier ist Dekan der Medienproduktion an der Hochschule OWL. - © Bernhard Preuß
Beliebter Professor: Guido Falkemeier ist Dekan der Medienproduktion an der Hochschule OWL. (© Bernhard Preuß)

Lemgo. Guido Falkemeier, Dekan der Medienproduktion an der Hochschule OWL, belegt im Wettbewerb der Unicum Stiftung den zweiten Platz. Dank seiner Studenten setzt er sich gegen 2.200 Konkurrenten durch.

Herr Falkemeier, haben Sie damit gerechnet, für den Wettbewerb „Professor des Jahres" nominiert zu werden?

Guido Falkemeier: Nein, die erste Mail, die ich von der Unicum Stiftung erhalten habe, habe ich gelöscht. Ich hatte sie nicht genau gelesen, sondern dachte, es sei ein Scherz.

Ihre Studierenden haben Ihnen nichts gesagt?


Falkemeier: So war es. Ich habe dann eine weitere Mail bekommen mit einem Fragebogen. Daraufhin habe ich erst einmal gegoogelt, was das für ein Preis ist. Einige Studierende haben mir dann auf Rückfrage bestätigt, dass sie mich nominiert haben.

Was war das für ein Gefühl?

Falkemeier: Ein sehr gutes, auch Ehemalige haben mir zur Nominierung gratuliert und mich unterstützt. Das zeigt, dass sie mit dem, was sie hier gelernt haben, in der Praxis sehr zufrieden sind.


Was sind Ihre Pluspunkte? Geben Sie bessere Noten?


Falkemeier: Nein, auf keinen Fall, denn das würde den Studierenden nicht helfen. Keiner bekommt etwas geschenkt. Ich ermutige sie vielmehr darin, ihre Ideen umzusetzen, und nehme mir Zeit.

Sollte das nicht selbstverständlich sein?

Falkemeier: Ja, es ist unser Bestreben die Studierenden möglichst individuell zu betreuen. Dabei ergeben sich interessante Diskussionen und kreative Ansätze, um Problemstellungen zu analysieren und zu lösen.

Einige Studierende duzen Sie. Bleibt der Respekt da auf der Strecke?

Falkemeier: Nein, auf keinen Fall. Oft ergibt sich das Duzen aus einer intensiven Projektarbeit und ist in der Welt der Medien häufig anzutreffen. Respekt hat nichts mit der Anredeform zu tun. Ich erlebe, dass sich meine Studierenden viel mehr ins Zeug legen, denn sie wollen mich nicht enttäuschen.


Profitiert auch die Hochschule von Ihrer Auszeichnung?

Falkemeier: Ja, denn heute sind die jungen Menschen viel vernetzter und tauschen sich aus. Die Auszeichnung spricht sich rum und ist damit auch eine Werbung für die Hochschule OWL. Außerdem profitiert die Hochschule natürlich immer von guten Studierenden und Absolventen, und die kommen bei guter Lehre idealerweise heraus.

Die Stiftung Unicum wählt Professoren auch danach aus, wie groß der Praxisbezug ist, den der Nominierte in der Lehre herstellt. Was sind Ihre Stärken?

Falkemeier: Ich stelle Netzwerke her und binde Ehemalige ein. Darüber hinaus führe ich viele Projekte mit Unternehmen und öffentlichen Institutionen durch, deren Arbeitsergebnis von diesen in der Öffentlichkeitsarbeit genutzt wird. Die Studierenden haben in ihrem Studienalltag mit echten Auftraggebern zu tun und durchleben alle Höhen und Tiefen einer Projektarbeit.


Sind Ihre Kollegen nicht etwas neidisch?

Falkemeier: Nein, das glaube ich nicht. Sie haben mir herzlich gratuliert.

 
Was wünschen Sie sich im Hochschulbetrieb?


Falkemeier: Mehr Zeit. Ich bin Dekan des Fachbereichs Medienproduktion und wir planen den Umzug des Fachbereichs von Lemgo nach Detmold in ein neues Gebäude. Da gibt es noch sehr viel zu tun.
Das Interview führte 
Astrid Sewing


Persönlich

Guido Falkemeier (50) hat Informatik an der Technischen Universität Clausthal studiert. Er war unter anderem Fachgruppenleiter „Digitale Medien Systeme" bei RTL in Köln. 2004 übernahm er dann den Fachbereich Medienproduktion an der Hochschule OWL.

Information
Der Wettbewerb

Die Unicum-Stiftung vergibt den Titel „Professor des Jahres" seit 2006. Der bundesweite Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundes. Studierende, Hochschulabsolventen, Arbeitgeber, Professoren-Kollegen und Hochschulmitarbeiter nominieren die Kandidaten.

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