Lemgo. Telefonsprechzeiten, Hausaufgabenhilfe, Spieleverleih, Kiosk, Spaziergänge: Während alles still steht, geht die Jugendarbeit im AWO-Kastanienhaus am Wall weiter. Das Team hat sich Angebote für den Lockdown überlegt und will damit weiter für die Kinder und Jugendlichen da sein.
Die Situation sei für niemanden einfach, stellt Petra Junghans, Leiterin im Kastanienhaus, fest. „Das vergangene Jahr war von Auf und Abs geprägt", sagt sie. „Erst Präsenz, dann Gruppenangebote, dann doch wieder dicht." Alle hielten sich zwar an die Regeln, doch das Verlangen bei Kindern und Jugendlichen nach Schule, Spaß und Freizeit, ja eben nach Normalität, sei groß.
„Die Jugendarbeit lebt normalerweise von Präsenz", stellt Julian Mönnich, pädagogische Fachkraft, fest. „Es ist jetzt das Wichtigste, dass wir signalisieren, dass wir weiterhin da sind." Besonders die Spaziergänge mit einem der Mitarbeiter und der Kiosk werden gut angenommen. Die Hausaufgabenhilfe hingegen eher weniger. Obwohl es ganz einfach ist: Per WhatsApp ein Foto von der Aufgabe an das Kastanienhaus schicken und auf eine Erklärung warten. „Die Schulen sind in der Hausaufgabenhilfe bereits gut aufgestellt, deshalb ist die Resonanz sicherlich nicht so groß", vermutet Silvia Exner, ebenfalls pädagogische Fachkraft.
Bei den Spaziergängen ginge es in den Gesprächen weniger um Corona, sondern um ganz alltägliche Themen. „Beziehungen, Liebeskummer, Zukunft, Job, Bewerbungen", zählt Mönnich auf. Neben dem festen Angebot gebe es auch immer wieder Aktionen. Seit vergangener Woche läuft „Töpfern to go". Gepackte Kartons, darin eine Stange Ton, eine Anleitung und Süßigkeiten, stünden kostenlos zur Abholung bereit. „Die geformten Figuren können vorbeigebracht werden und wir brennen sie bei uns im Töpferofen", fügt Junghans hinzu.
Viele Ideen für die Zeit nach Corona
Auch seien die Mitarbeiter des Jugendzentrums in der Stadt unterwegs, um Jugendlichen zu begegnen oder größere Gruppen zu finden, um diese auf die Corona-Regeln und das Angebot des Jugendzentrums hinzuweisen. „Wir machen täglich zwischen 17 und 18 Uhr einen Rundgang", sagt Mönnich. „Ein Mal wöchentlich auch in Kooperation mit dem Jugendamt." Diese Rundgänge, die es vor der Pandemie nicht gegeben hat, möchte das Team auch nach der Krise beibehalten.
An Ideen „nach Corona" mangelt es ohnehin nicht. Ein integratives Projekt sei in Planung, in dem Jugendliche die Senioren im Umgang mit dem Smartphone unterstützen können. Auch das jährliche Mitmach-Programm und die Ferienspiele sollen, wenn möglich, stattfinden. Zudem seien neue Sitzsäcke für das Jugendzentrum sowie eine Playstation angeschafft worden. Oben soll ein „Cliquenraum" entstehen, den sich Gruppen zeitweise mieten können.
Der Kiosk ist dienstags bis freitags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. In der Zeit können auch Spiele entliehen oder die Töpfer-Boxen abgeholt werden. Weitere Infos auf www.awo-lemgo.de.