Lemgo. Das Institut für Kunststoffwirtschaft OWL (ikuowl) führt mit „FeDiNAR" ein visionäres Lernkonzept ein. In Kooperation mit der Technischen Hochschule OWL ermöglicht das ikuowl in diesem Forschungsprojekt die Digitalisierung der Ausbildung in der Kunststofftechnik. „FeDiNAR" steht für „Fehler didaktisch nutzbar machen durch Augmented Reality", also die computergestützte Realitätserweiterung und lässt Auszubildende eigenständig Aufgaben innerhalb des Lehrbetriebs lösen, Fehler machen und die Konsequenzen erleben, schreibt das ikuowl in einer Pressemitteilung und weiter: „Fehler und das Erleben daraus resultierender Konsequenzen beeinflussen bisherige Lernprozesse positiv und erfordern eine Erweiterung der Problemlösekompetenz." Da Fehler auch zu möglichen wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Schäden führen können, würden sie jedoch in der Regel in der Ausbildung vermieden. Denn bei der Betreuung von bis zu 30 Auszubildenden gleichzeitig stelle dies eine große Herausforderung für das Ausbildungspersonal dar. Diese Verantwortung übernehme zukünftig das im Forschungsprojekt entwickelte „FeDiNAR"-System. Es ermögliche dem Azubi Fehler zu machen und aus den Konsequenzen seines Handelns durch die Verwendung von „Augmented Reality" zu lernen. Gleichzeitig würden wirtschaftliche oder gesundheitliche Schäden vermieden. Durch eine spezielle Brille und Sensoren beobachte das „FeDiNAR"-System die Handlung des Azubis und den Zustand der verwendeten Maschine. Im Anschluss werde dem Azubi zudem die Möglichkeit geboten, der Ursache seines begangenen Fehlers auf den Grund zu gehen. Lernerfolg steigt Anhand einer Aufzeichnung der durchgeführten Lernaufgabe reflektieren Ausbilder und Azubi im Nachgang den Handlungsverlauf und entwickeln alternative Vorgehensweisen, schreibt das ikuowl weiter. Dies steigere den Lernerfolg und das Verständnis für die Prozesse. „Durch FeDiNAR sind Fehler nicht mehr Teil einer Einweisung, sondern ein Erlebnis mit emotionalem Wert", wird Carsten Kießler, Leiter des ikuowl, zitiert. Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Fachprogramms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung" gefördert. Das Institut für Kunststofftechnik OWL ist seit 2011 als überbetriebliche Bildungsstätte für die Kunststoffbranche in OWL aktiv. Das Institut verfügt über die Ausstattung, um sämtliche Verarbeitungsarten von Kunststoffen abbilden zu können und ist auf dem Innovation Campus Lemgo angesiedelt.