Lemgo. Für das nächste Schuljahr 2022/ 2023 haben 643 Eltern in Lemgo ihre Grundschulkinder für eine Betreuung im Rahmen der offenen Ganztagsgrundschule (OGS) angemeldet. Das sind mehr, als die Stadt vorhatte aufzunehmen. Der Rat hatte im Jahr 2013 beschlossen, die Zahl der OGS-Plätze an den städtischen Grundschulen auf 600 Plätze zu deckeln.Hintergrund: Ab August 2026 sollen zunächst alle Grundschulkinder der ersten Klassenstufe einen gesetzlich festgelegten Anspruch haben, ganztägig gefördert zu werden. Der Anspruch wird in den Folgejahren um je eine Klassenstufe ausgeweitet. Damit hat ab August 2029 jedes Grundschulkind der Klassenstufen eins bis vier einen Anspruch auf ganztägige Betreuung. Die Verwaltung schlägt aktuell vor, die OGS-Plätze zunächst im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten auf 650 zu erweitern. Dies mit Blick auf den Rechtsanspruch und mit dem Aspekt, dass eine Deckelung der OGS-Plätze auf 600 Plätze nicht mehr bedarfsgerecht erscheine.Von den Grünen lag im Schulausschuss der Antrag vor, die Deckelung zum kommenden Schuljahr 2022/23 ganz zu streichen und hinreichende personelle Ressourcen bereitzustellen. Zur Begründung hieß es, dass bei dem bekanntem Fachkräftemangel bis 2026 frühzeitig eine stabile Personalressource aufgebaut werden solle. Ressourcen sind begrenzt Eine Deckelung passe nicht mehr in die Zeit, die Ressourcen würden durch den Vorschlag der Verwaltung ausgeschöpft. „Wir sehen, dass sich der Deckel bald wieder heben wird“, erklärte Grünen-Vorsitzender Dr. Burkhard Pohl im Schulausschuss. Fachbereichsleiter Thomas Portong bestätigte: „Wir wissen, dass die Ressourcen begrenzt sind und müssen auf den Rechtsanspruch schauen.“ Mit den Leitern der OGS-Einrichtungen werde geschaut, wie viele Schüler an welchem Standort betreut werden könnten. Die Kampschule und die Schule am Schloß seien stark nachfragt. Von Seiten der Christdemokraten kam der Einwand, dass bei einer Erweiterung der Plätze auch entsprechend Personal und Räume vorhanden sein müssten.Die BfL sprach sich für die Deckelung aus. Darüber hinaus solle diese aber bis 2026 „bedarfs- und ressourcengerecht schrittweise jährlich bis zur vollständigen Öffnung angepasst werden“. Wenn eine Betreuung vor Ort nicht möglich sei, müsse die Verwaltung derzeit noch die Möglichkeit haben, abzusagen, erläuterte Max-Henry Brehmeier im Ausschuss. Der Antrag der Grünen fand keine Mehrheit, dafür aber der der BfL. Der Rat entscheidet am 14. Februar.