Lemgo. "Das Stück ist reif für die Bühne und bereit, vor Publikum gespielt zu werden", sagt Regisseurin Katrin Brakemeier. Seit August probt die Freie Theatergruppe Stattgespräch die preisgekrönte Tragikomödie "Besuch bei Mr. Green", die am Samstag, 22. Oktober, im Kulturbahnhof Premiere feiert. Weil aber auch in der 26. Spielzeit das Thema Corona nicht vergessen ist, freut sich die Gruppe umso mehr, dass der Kartenvorverkauf bisher vergleichsweise gut angelaufen ist. Die Premiere ist bereits ausverkauft. "Dennoch bleibt es für uns als freies Theater natürlich eine schwere Zeit", sagt Theater-Leiter Frank Wiemann, der aber trotz des ungewissen Corona-Herbstes einen neuen Anlauf zur Belebung der Kulturszene in Lemgo starten möchte. Vier Stücke warten in dieser Spielzeit auf die Besucher und das Ensemble ist stolz, die Aufführungsrechte bekommen zu haben und die Inszenierungen nun vor Publikum zeigen zu können. "Intensives Spiel" Los geht es also mit der Tragikomödie "Besuch bei Mr. Green" von Jeff Baron, das 1996 beim Berkshire Festival uraufgeführt wurde und 1997 in New York herauskam. Ein Jahr lang wurde es dort gespielt, in 22 Sprachen übersetzt und in 40 Ländern über 500 Mal produziert. Es ist das erste Stück des Amerikaners und hat zahlreiche internationale Preise gewonnen. Auf der Bühne des Kulturbahnhofs brillieren Ulrich Holle als Mr. Green und Frank Wiemann in der Rolle des Ross Gardiner, der vom Gericht zur gemeinnützigen Arbeit verurteilt wurde. Einmal pro Woche muss er den alten Mr. Green besuchen und ihm im Alltag zur Hand gehen. Der resolute Alte will allerdings nicht einsehen, warum ihm überhaupt jemand im Haushalt helfen soll. Aus der vorsichtigen Annäherung zwischen den beiden Männern entstehen im Laufe der Handlung einige Konflikte. Ross Gardiner findet sich in einer Rolle wieder, mit der seit Jahren hadert und Mr. Green wird immer mehr dazu gezwungen, sich einem dunklen Geheimnis aus seiner Vergangenheit zu stellen. "Es ist ein sehr intensives Spiel, das berührt", fasst Regisseurin Katrin Brakemeier zusammen. Frank Wiemann und Ulrich Holle erwecken die beiden Protagonisten berührend zum Leben und schaffen eine Geschichte über den Zusammenprall zweier Welten, über Religion und Lebensmodelle, aber auch über Akzeptanz, Toleranz und die Überwindung von Grenzen. Schon die Proben versprechen beste Unterhaltung. Zehn Mal auf der Bühne Während zunächst nur am Wochenende geprobt wurde, gibt das Team in dieser Woche noch mal alles für eine reibungslose Premiere. "In dieser Woche sind noch die Technik und einige Requisiten hinzugekommen", erzählt Katrin Brakemeier. Zehn Mal steht "Besuch bei Mr. Green" bis einschließlich 27. November auf dem Spielplan. Karten gibt es in der Tourist-Information Lemgo, Kramerstraße 1, Tel. (05261) 98870, und beim LZ-Kartenservice in Detmold, Ohmstraße 7, Tel. (05231) 911-113.