Lemgo. Am Freitagmorgen nach dem Großevent „Lemgo macht ein Fass auf“ heißt es: aufräumen! Überall stehen Fahrzeuge, in die die letzten Überbleibsel der Party vom 1. Mai verfrachtet werden. Die Trupps vom Bauhof sind unterwegs, um mit Laubbläser, Sauger und Kehrmaschine für Ordnung in der Innenstadt zu sorgen. Im Lippegarten ist das Team von „All Inn Event“ im Einsatz, um sauber zu machen. Doch gegenüber am Engelbert-Kaempfer-Gymnasium (EKG) ist Schulleiterin Bärbel Fischer verärgert. Schon wieder gab es Vandalismus an den Schulgebäuden: Ein Fenster und ein Oberlicht sind zerstört. Hinzu kommt ein Scherbenmeer auf dem Schulhof. „Zum Glück haben wir heute einen pädagogischen Tag und es sind keine Schüler hier. Ich hätte sie sonst wieder nach Hause schicken müssen aus Sicherheitsgründen“, sagt Fischer und deutet auf die zerschlagenen Gläser und Flaschen, die überall auf dem Gelände verteilt liegen. Gegen 10.30 Uhr fangen die Mitarbeiter des Bauhofs auch hier an aufzuräumen. Einen Teil hätten schon die Flaschensammler erledigt, die bereits in der Früh auf der Suche nach Pfandeinnahmen gewesen seien, habe der Hausmeister der Schulleiterin berichtet. Doch noch stehen und liegen zahlreiche Flaschen mit Hochprozentigem sowie Bierflaschen auf dem Schulareal - teilweise kaputt. Mit einer Flasche wurde offenbar ein Fenster im ersten Stock des Fachraum-Traktes eingeschlagen. Die Scherben liegen noch am Boden. Die Polizei sei deswegen bereits am Morgen da gewesen. Die Beamten hätten sich auch das zerstörte Oberlicht in der Sporthalle angesehen. „Die Scherben lagen überall in der darunter liegenden Umkleide verteilt. Die Putzfrau hat hier schon aufgeräumt“, berichtet Bärbel Fischer. Sie vermutet, dass die Täter nach der Veranstaltung im Schutz der Dunkelheit auf das Dach der Halle geklettert seien und das Oberlicht von oben eingetreten hätten. Der Hausmeister hat seine Wohnung in einem der Gebäude. Er habe ihr von Kot, Urin und Erbrochenem in seinem kleinen Garten berichtet. Und das sei nicht das erste Mal gewesen: „Das haben wir hier immer wieder nach größeren Veranstaltungen in der Stadt. Letztes Jahr an Halloween wurden 14 Scheiben zerstört“, führt Fischer weiter aus. „Diese Zerstörungswut ist ein Problem und kostet den Steuerzahler Unmengen an Geld.“ Das sagt die Stadt Die Schulleiterin wünscht sich daher, dass entweder ein Sicherheitsdienst das Gelände bei solchen Veranstaltungen bewacht oder die Schule gleich abgesperrt wird. Letzteres würde auch Michael „Juppi“ Nawrot von „All Inn Event“ begrüßen, um solche unnötigen Vandalismus-Schäden zu vermeiden. Aber das könne nur die Stadt entscheiden. Und die wolle die Hinweise jetzt zum Anlass nehmen, in der Nachbesprechung zur Veranstaltung darüber nachzudenken. „Absperrungen sind eine Überlegung, die wir in die Gespräche mit einfließen lassen werden“, sagt Sprecherin Tanja Schröder. Sie weist darauf hin, dass es bereits einen Sicherheitsdienst gebe, der auch am EKG ganzjährig nach dem Rechten sehe. Das Ordnungsamt, das insbesondere gegen Abend unterwegs gewesen sei, um die Veranstaltung zum Ende zu bringen, sei jedenfalls zufrieden mit dem Ablauf gewesen. Dennoch meldeten Bewohner der Innenstadt der LZ, dass offenbar nicht alle Gäste das wahrhaben wollten und in den Nebenstraßen weiterfeierten. Das sagt die Polizei Die Polizei spricht insgesamt von einer ruhigen Veranstaltung. „Es hat keine besonderen Vorkommnisse gegeben“, sagt Sprecherin Dr. Laura Merks. Dennoch könne es sein, dass Sachbeschädigungen jetzt erst im Nachhinein gemeldet würden - so wie an der Schule. Am 1. Mai seien nicht mehr Beamte als sonst in Lemgo im Einsatz gewesen. „Wir sind jetzt aber sehr sichtbar vor Ort, um das Sicherheitsgefühl der Teilnehmer zu stärken, die verständlicherweise aufgrund der vorherigen Ereignisse verunsichert sind, und um ansprechbar zu sein.“ Das sagt der Veranstalter Der Veranstalter ist ebenfalls zufrieden: „Wir haben bereits mit allen Wirten gesprochen, auch mit dem Roten Kreuz und der Polizei - alle sind zufrieden. Die Stadt war voll“, sagt Nawrot. Er könnte sich vorstellen, die Veranstaltung nach der Premiere in diesem Jahr auch im nächsten Jahr wieder durchzuführen.