Lemgo. Lemgo will seine Gewerbegebiete fit für die Zukunft machen und setzt dabei auf die Unternehmen. Die sollen die Richtung vorgeben, um ihre Betriebe nachhaltig aufzustellen. Und dabei geht es um ganz unterschiedliche Aspekte, wie etwa Energieeffizienz, ÖPNV oder auch Fachkräftesicherung. Welche Schwerpunkte dabei konkret gesetzt werden, das sollen die Unternehmen im Gewerbegebiet Lieme West selbst entscheiden. Eine von der Stadt eingestellte Teilzeitkraft soll sie dabei nach Möglichkeit unterstützen. Mit Hilfe der Leaderförderung für ländliche Regionen will die Stadt das Projekt „Nachhaltiges Gewerbegebiet“ in Lieme angehen. Wirtschaftsförderer Tobias Vietz hat vor Ort bereits nachgefragt und ist zum Teil auf offene Ohren gestoßen. 125 Unternehmen sind in Lieme ansässig, 35 haben schon ihr Interessen angemeldet. Dabei handelt es sich um Betriebe aus ganz unterschiedlichen Branchen und von ganz unterschiedlicher Größe, vom Ein-Mann-Betrieb bis zum Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern, die in Workshops ihre gemeinsamen Ziele definieren wollen. Durchaus eine Herausforderung, wie der Beigeordnete der Stadt, Frank Limpke, erklärt, aber auch eine Chance, die eigenen Interessen bestmöglich zu vertreten. Gemeinsam auf Krisen reagieren Ein Vorhaben, von dem letztlich alle profitieren, wie auch Leader-Regionalmanagerin Susanne Weishaupt erklärt. Schließlich gehe es darum, die Unternehmen resilient für Krisen und Herausforderungen zu machen. Dabei könne es genauso um die Anbindung an den ÖPNV, um Flächenverbrauch, Fachkräftesicherung, umweltbewusste Produktion, Energieeffizienz, Wissenstransfer oder auch das Nutzen gemeinsamer Strukturen gehen. Ziel sei es letztlich, ein Netzwerk zu etablieren, eine Struktur für die Unternehmen, um sich bestmöglich untereinander auszutauschen und gegebenenfalls schnell und effektiv auf Herausforderungen zu reagieren, wie auch Wirtschaftsförderer Vietz erklärt. Wichtig sei es ihm, zu betonen, dass nachhaltiges Wirtschaften und finanzieller Erfolg keinen Widerspruch darstellen, sondern, dass ganz im Gegenteil, attraktive Rahmenbedingungen deutlich zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen könnten. Bereits 2023 habe man sich mit der Idee an das regionale Leadermanagement „3L in Lippe“ gewandt und in diesem Jahr nun die Zusage der Bezirksregierung erhalten, so dass das Projekt „Nachhaltiges Gewerbegebiet Lieme“ Anfang des neuen Jahres starten könne. Rund 115.000 Euro sind damit für zwei Jahre verplant, 70 Prozent der Kosten werden über Fördermittel getragen, den Rest trägt die Stadt. Meilensteine gemeinsam festlegen Dabei sind für das Projekt zwei Phasen angesetzt. Zunächst gelte es, in moderierter Runde ein gemeinsames Leitbild zu erarbeiten, das den unterschiedlichen Interessen der ansässigen Betriebe gerecht werde, und eine Interessensgemeinschaft zu gründen. Sechs bis acht halbe Arbeitstage sind dafür vorgesehen. Was genau dann in den kommenden zwei Jahren umgesetzt wird, sollen die Beteiligten in weiteren Workshops klären und dafür nach Möglichkeit verbindliche Zeitpläne festlegen. Hilfe und weitere Expertise bekommen sie dabei von der Wirtschaftsförderung und auch von der Klimaschutzbeauftragten Ronja Post sowie von weiteren Verbänden und Instituten, zudem wird den Unternehmern nach Möglichkeit eine Teilzeitkraft zur Seite gestellt, um Termine zu koordinieren, Impuls-Vorträge oder auch Fortbildungen zu organisieren. Zwei Jahre wird das Projekt professionell begleitet, danach soll sich die Interessensgemeinschaft autark organisieren. 35 Unternehmen haben bereits ihr Interesse an dem Projekt „Nachhaltiges Gewerbegebiet“ bekundet und weitere sollten noch dazukommen. Doch zu viel Zeit sollten sie sich nicht lassen, mahnt Susanne Weishaupt an. Schließlich gehe es auch darum, frühzeitig die eigenen Interessen in die Planung einzubringen. Weitere Informationen gibt es beim Wirtschaftsförderer der Stadt, Tobias Vietz, erreichbar per Mail: t.vietz@lemgo.de.