Lemgo. 65 leer stehende Immobilien gibt es in der Innenstadt. Und damit sich der Leerstand bald wieder mit Leben füllt, will die Verwaltung neue Wege gehen und einen Wettbewerb ausschreiben. Die Innenstadt braucht neue Ideen und Konzepte, um attraktiv zu bleiben. Sicher ist: So wie es war, wird es angesichts des veränderten Kaufverhaltens der Bürger nicht mehr werden. Was also tun? Die Stadt setzt auf einen Mix aus Einzelhandel, Gastro, Dienstleistung und bezahlbarem Wohnraum. Aufteilung in zwei Zonen Dafür hat sie die Innenstadt in zwei Zonen aufgeteilt: In der Zone 1 entlang der Mittel- und der Breite Straße soll es im Erdgeschoss weiterhin Einzelhandel und Dienstleistung geben. In den oberen Etagen sehen die Planer vor allem Bedarf für bezahlbaren Wohnraum. So auch in der Zone 2, dem sogenannten Transformationsbereich, der sich von der klassischen Einzelhandelszone verstärkt zum Wohnbereich entwickeln soll. Entlang Echtern- und Papenstraße und der kleineren Querstraßen sieht die Verwaltung vor allem die Grundlage für neue, innovative Wohnprojekte - und das auch im Erdgeschoss. Um die Umgestaltung voranzubringen und vor allem auch neue Ideen zu fördern, hat die Stadt Lemgo jetzt einen Wettbewerb ausgeschrieben. Ziel ist es, Anreize für die Umgestaltung von leer stehenden Immobilien zu schaffen. Denn stehe bei manchen Eigentümern ein Generationenwechsel an, so fühlen sich andere mit den Planungen schlichtweg überfordert, so Tobias Vietz von der Wirtschaftsförderung. Ihnen will die Stadt zur Seite stehen. Beratung und Planung für bis zu 15.000 Euro Wer seine Immobilie in der Innenstadt einer anderen Nutzung zuführen will, sei es für Wohnraum, Einzel- oder Gastronutzung, oder auch andere Ideen hat, sollte sich an die Stadt wenden. Die sammelt die Anträge und wird letztlich drei Bewerbungen als sogenannte Leuchtturm-Beispiele auswählen. Die Bewerber haben dann die Möglichkeiten, die Planung mit Bau- und Finanzberatern, Architekten und Bauaufsicht abzuklären. Bis zu 15.000 Euro an Beratungskosten werden pro Projekt bezuschusst. Bauanträge und die Umbaumaßnahmen muss der Eigentümer im Anschluss allerdings selbst zahlen. Bewerbungen werden bis März bei der Stadtverwaltung (Wirtschaftsförderung oder Stadtplanung) entgegengenommen. Eine Jury wird dann bis Juni die Auswahl treffen. Im Anschluss folgen Umbau- und Beratungscheck, bevor der Eigentümer 2027 mit dem Ausbau starten kann. Ziel sei es, damit auch neue Anreize und Ideen für andere Eigentümer zu schaffen, erklärt Tobias Vietz. Flächen sollten bestmöglich reaktiviert und die Stadt mit einem Mix aus Einzelhandel, Dienstleistung und Wohnen noch stärker belebt werden. 25 Anträge für Pop-up-Stores Und dafür geht die Verwaltung auch in anderer Richtung neue Wege und entspricht damit unter anderem Anträgen aus der Politik: So sollen leere Ladenlokale kurzfristig auch mit sogenannten Pop-up-Stores bestückt werden. Maximal vier Wochen dürfen die Anbieter ihre Waren oder Dienstleistungen dann in den Leerständen anbieten. 25 Bewerbungen lägen diesbezüglich vor. Die Verwaltung werde jetzt eine thematische Auswahl treffen, nach entsprechenden Ladenlokalen suchen und Gespräche mit den Eigentümern führen. Ab März könnte es dann in die Umsetzung gehen. Berit Weber, Leiterin Stadtplanung, sprach diesbezüglich von zwei Leerstandsimmobilien für die Pop-up-Stores.