Corona-Verstoß? Gericht spricht Restaurantbetreiber frei

Freya Köhring

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Antonio und Catrin Gentile stehen vor ihrem Restaurant in Leopoldshöhe. Beide sind über das Urteil erleichtert. - © Freya Köhring
Antonio und Catrin Gentile stehen vor ihrem Restaurant in Leopoldshöhe. Beide sind über das Urteil erleichtert. (© Freya Köhring)

Leopoldshöhe. „Ich bin sehr erleichtert", sagt Antonio Gentile. Dem Restaurantbetreiber aus Leopoldshöhe drohten zwei Bußgelder in Gesamthöhe von 7000 Euro. Im ersten Verfahren, bei dem das Ordnungsamt eine Strafe von 2000 Euro verhängte, hat ihn nun das Amtsgericht Lemgo freigesprochen. Im zweiten Fall wurde die Sache nach dem Anhörungsverfahren durch die Stadt jetzt eingestellt.

Kurzer Rückblick: Der Familie Gentile, Inhaber des Restaurants und Eiscafés „Cortina" am Leopoldshöher Marktplatz, wurde vorgeworfen, gleich zweimal gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen zu haben. Im vergangenen Jahr sollen einmal Hygienevorschriften und Abstandsregelungen während des Betriebs des Außenbereichs nicht eingehalten worden sein und die Zettel zur Selbstauskunft der Gäste gefehlt haben. Einige Zeit später sollen sie dann unerlaubterweise das Restaurant betrieben haben. Ein Zeuge hatte Stimmen im Gastraum gehört. Die Familie Gentile ließ die Vorwürfe nicht auf sich sitzen uns legte in beiden Fällen Widerspruch ein.

Zeugen widerlegen die Vorwürfe

Der erste Fall landete nun vor dem Amtsgericht in Lemgo, wo am Montag die Hauptverhandlung stattfand. Insgesamt sieben Zeugen wurden gehört. Darunter die Personen, die Anzeige beim Ordnungsamt erstattet hatten. Sie sagten aus, dass die Tische ihrer Einschätzung nach zu dicht gestanden hätten, ohne dass konkrete Abstände beziffert werden konnten, teilt das Amtsgericht in einer Pressemitteilung mit. Außerdem hätten keine Kontaktnachverfolgungsbögen ausgelegen. Doch diesen Vorwurf habe das Gericht angesichts der vorgelegten Karten dieses Tages, die bis auf diese vollständig waren, als auch aufgrund der Aussagen weiterer Zeugen, die solche Karten ausgefüllt hatten, als widerlegt angesehen.

Auch die anderen Vorwürfe konnten auf Grund weiterer Zeugenaussagen nicht aufrecht erhalten werden. Diese bezifferten beispielsweise die Abstände der Tische als größer als die geforderten 1,50 Meter. „Im Ergebnis konnte das Gericht danach keinen Verstoß gegen Hygiene- und Infektionsschutzstandards feststellen, weshalb der Betroffene freizusprechen war", heißt es.

Die Familie Gentile ist deutlich erleichtert. „Man macht sich ja schon Gedanken, wenn so etwas passiert und hat Angst vor dem kleinsten Fehltritt", sagt Antonio Gentile. Im zweiten Fall ist nun auch eine Entscheidung getroffen worden, wie das Ordnungsamt am Mittwoch mitteilt. Nach dem Anhörungsverfahren in dem noch weitere Zeugen angehört wurden, hat das Ordnungsamt Leopoldshöhe entschieden, das Verfahren einzustellen.

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