Leopoldshöhe. „Mir ist die Spucke weggeblieben“, meinte Bürgermeister Martin Hoffmann in der jüngsten Ratssitzung mit Blick auf den Schaden an der Kita Greste. „Ich bin erschüttert – und froh, dass nicht mehr passiert ist.“ Zahlreiche Kita-Beschäftigte verfolgten die Sitzung im Zuhörerraum. Einem aufmerksamen Kind ist es zu verdanken, dass der Schaden überhaupt entdeckt wurde, wie Hoffmann berichtete. Aufgefallen war zunächst nur ein Riss in der Decke. Bei genauerer Betrachtung stellte ein Statiker fest, dass die Deckenplatten abzustürzen drohten. Sie waren nur mit Nägeln gesichert worden. Mehr noch: Unter der Decke fanden sich sogar drei Lagen von Deckenverkleidung. „Ich konnte es selbst kaum glauben, dass wir solche Zustände haben“, meinte der Bürgermeister. Die erste Schicht der Platten stammt mutmaßlich aus dem Baujahr 1953, darüber wurde 1985 eine zweite Schicht unter der Decke angebracht, die dritte wurde 2025 hinzugefügt. Diese unprofessionelle Vorgehensweise hätte ungeahnte Gefahren bedeuten können. Gemeinde schließt betroffene Gruppenräume Deshalb hat die Gemeindeverwaltung als Träger der Einrichtung sicherheitshalber die betroffenen Gruppenräume im Obergeschoss geschlossen. Eine Gruppe wurde im Untergeschoss der Kita untergebracht, die zweite Gruppe zog ins Familienzentrum Leos, die dritte Gruppe wird im Begegnungszentrum B-vier betreut. Der Bürgermeister dankte den Beschäftigten, die den Kita-Betrieb unter diesen Bedingungen aufrechterhalten. Er appellierte an den gesamten Rat: „Wir alle sind in der Verantwortung und müssen daran arbeiten, dass so etwas nicht mehr passiert.“ Allerdings warnte er auch vor „Schnellschüssen“. .responsive23-PqYKZuEJprZwCH7o-map-kita-greste { width: 100%; padding-top: 100%; } @media (max-width: 600px) { .responsive23-PqYKZuEJprZwCH7o-map-kita-greste { padding-top: 100%; } } @media (max-width: 360px) { .responsive23-PqYKZuEJprZwCH7o-map-kita-greste { padding-top: 142.86%; } } Als Negativbeispiel nannte er die Grundschule Nord. Dort sei eine abhängte Decke für 300.000 Euro eingezogen worden. Nach wenigen Jahren sei dann festgestellt worden, dass die energetische Situation so schlecht war, dass ein Abriss erfolgen musste. Das dürfe sich nicht wiederholen, meinte Hoffmann. „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.“ Zunächst müsse ein Sachverständiger ein Sanierungskonzept erstellen. Rat will sich Anfang Januar mit dem Thema befassen Außerdem seien noch die Kita-Bedarfsplanung des Kreises und die Gespräche mit dem Landesverband Westfalen-Lippe abzuwarten. „Erst wenn wir alle Informationen haben, wird sich der Rat Ende Januar erneut mit dem Thema befassen“, sagte der Bürgermeister. Die generelle Zukunft der Kita ließ Hoffmann offen. Ob und wie saniert werde, hänge vom Allgemeinzustand des Gebäudes und den Anmeldezahlen für das Kita-Jahr 2026/2027 ab. Die Sorgen der Beschäftigten und der Eltern um den Bestand der Kita könne er nachvollziehen, sagte Hoffmann. „Der aktuelle Schwebezustand ist sicher nicht zufriedenstellend.“ Die Mitarbeitenden werden ihren Arbeitsvertrag behalten, versicherte er. Jedoch könnten sie auch in anderen Kitas eingesetzt werden. „Es hat aber noch keine Zwangsversetzungen gegeben“, erklärte Hoffmann. Die Eltern wünschen auf jeden Fall eine Fortsetzung der Kita-Arbeit in Greste. Sie hätten sich für ihre 52 Kinder bewusst für eine kommunale Einrichtung entschieden, hieß es. Darüber werde es noch viele Gespräche geben, sagte Hoffmann und kündigte vorbeugend an: „Wir werden aber nicht alle Wünsche erfüllen können.“ Dennis Warkentin, Personalleiter der Verwaltung, wies auf die gegenwärtige Überprüfung aller Kitas hin. Die Ergebnisse werden im März erwartet.