Missbrauch auf Campingplatz: Mitarbeiter des Hamelner Jugendamts soll Akten manipuliert haben

Janet König

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Auf einer Pressekonferenz Anfang Februar hatte sich der Landrat noch vor seine Mitarbeiter gestellt - jetzt sind interne Untersuchungen eingeleitet worden.   - © Jannik Stodiek
Auf einer Pressekonferenz Anfang Februar hatte sich der Landrat noch vor seine Mitarbeiter gestellt - jetzt sind interne Untersuchungen eingeleitet worden.   (© Jannik Stodiek)

Lügde/Hameln. Die Luft in Hameln wird dünner. Hatte sich Landrat Tjark Bartels nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in Lügde noch schützend vor seine Behörde gestellt, so musste der Hamelner Landrat am Freitagmittag bekanntgeben, dass offensichtlich Fehler gemacht wurden. Der Grund: Ein Mitarbeiter des Jugendamts hatte zugegeben, einen fehlenden Vermerk in einer Akte nachträglich ergänzt zu haben. Damit habe er die Akte vervollständigen wollen.

Der betreffende Mitarbeiter sei ab sofort vom Dienst freigestellt, bis die Vorwürfe geklärt sind, heißt es in einer Pressemitteilung. "Die Glaubwürdigkeit des Hauses ist in jedem Fall beschädigt", wird Landrat Tjark Bartels zitiert.

Interne Prüfung

Der Landkreis habe umgehend eine interne Prüfung eingeleitet. Fest stehe, dass das Verhalten des Mitarbeiters nicht zu tolerieren sei. „Ein fehlender Vermerk in einer Akte geschieht im Büroalltag – diesen Vermerk dann aber im Nachhinein zu erzeugen und rückzudatieren, lässt den Verdacht auf einen Verstoß gegen Dienstpflichten - ganz unabhängig davon, ob die eingefügten Informationen falsch oder richtig waren – zu", erklärt Pressesprecherin Sandra Lummitsch in der Pressemitteilung. Lummitsch hatte sich am Donnerstag noch gegenüber der LZ zuversichtlich geäußert, dass der Kreis Hameln von keinem schuldhaften Verhalten seiner Behörde ausgehe.

Landrat Bartels wolle sich weiter konsequent vor seine Mitarbeiter stellen. Er erinnerte jedoch nochmals - wie schon in der Pressekonferenz zum möglichen Fehlverhalten seiner Behörde Anfang Februar - daran, ebenso konsequent dagegen vorzugehen, wenn in der Behörde vorwerfbar falsch gearbeitet worden sei. Der Vorgang könne im Detail momentan noch nicht bewertet werden. Es werde geprüft, ob das Fehlverhalten des Mitarbeiters strafrechtliche Auswirkungen auf die weiteren Ermittlungen hätte.

Die Staatsanwaltschaft sei vom Landrat sofort informiert worden, auch der Mitarbeiter habe sich dort gemeldet. Die Untersuchungen dauern an.  

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