Missbrauchsfall Lügde: Zahl der Opfer steigt auf 41

Janet König

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- © Vera Gerstendorf-Welle
Campingplatz "Eichwald" (© Vera Gerstendorf-Welle)

Lügde. Im Missbrauchsfall Lügde sind mittlerweile 41 Opfer identifiziert worden. Daneben gehen die Ermittler noch 11 Verdachtsfällen nach. Einer der bislang 12 Verdachtsfälle habe sich inzwischen bestätigt. Darüber hinaus konnte ein Verdachtsfall ausgeräumt werden und ein neuer kam hinzu, das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Freitag mit.

Schutz der Opfer

Daneben gab die Polizei Bielefeld bekannt, umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Opfer durchzuführen. Bislang seien 45 Opferschutzgespräche geführt worden. Das Ziel sei es, eine umfängliche Betreuung für die betroffenen Opfer und deren Angehörigen vor, während und nach den polizeilichen Vernehmungen zu gewährleisten. In allen Fällen könnten sich die Opferfamilien jederzeit bei der Polizei melden, entsprechende Kontaktnummern seien bereitgestellt worden.

Die Betreuung der Opferfamilien finde statt, indem die Polizei Opferschutzmaßnahmen vorstelle, Informationsmaterial aushändige und Opfer an Hilfsorganisationen vermittel. Eltern oder Erziehungsberechtigte werden laut Pressemitteilung ebenfalls über den Ablauf des Strafverfahrens, rechtliche Möglichkeiten der Nebenklage, Opferanwälte, zivilrechtliche Ansprüche und über die Stellung eines Antrags nach dem Opferentschädigungsgesetz informiert.

Die kindlichen Opfer werden nach individueller Auswahl und mit Einverständnis der Eltern durch qualifizierte Betreuung über die ärztlichen Beratungsstellen auf Vernehmungen vorbereitet, heißt es weiter. Sie werden psychologisch stabilisiert, um beispielsweise eine Traumatisierung durch Vernehmungssituationen zu verhindern. Mit allen Opferfamilien werde mehrfach Kontakt aufgenommen, damit diese entsprechende Angebote in Anspruch nehmen.

Darüber hinaus bestehe eine fortlaufende Kooperation mit der Opferschutzbeauftragten des Landes NRW sowie den polizeilichen Betreuungsdienststellen in Niedersachsen. Die NRW-Opferschutzbeauftrage Elisabeth Auchter-Mainz war am Donnerstag und Freitag in Lügde zu Gast, um eine Sprechstunde für Opfer anzubieten.

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