Fall Lügde: Opfer-Mutter wehrt sich mit Anzeige gegen Andreas V.

Erol Kamisli und Janet König

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Ermittler durchsuchen im März einen Wohnwagen von Andreas V.. Inzwischen ist die Parzelle abgerissen worden. - © Archivfoto: Vera Gerstendorf-Welle
Ermittler durchsuchen im März einen Wohnwagen von Andreas V.. Inzwischen ist die Parzelle abgerissen worden. (© Archivfoto: Vera Gerstendorf-Welle)

Detmold. Die Mutter eines zehnjährigen Mädchens, das von Andreas V. missbraucht worden sein soll, wehrt sich gegen Erpressungsvorwürfe des Angeklagten. Der 56-Jährige hatte behauptet, die Frau habe nach dem Missbrauch an ihrer Tochter 2500 Euro Schweigegeld von ihm verlangt. Die Mutter will Andreas V. nun wegen „falscher Verdächtigung" und „übler Nachrede" anzeigen.

Das bestätigt ihr Rechtsanwalt Roman von Alvensleben, der auch deren zehnjährige Tochter im Lügde-Prozess vertritt. „Ich mache das auf Wunsch der Mutter, um sie zu beruhigen", sagt der Hamelner Anwalt. Rein strafrechtlich habe die Anzeige wohl keine Auswirkungen. „Andreas V. erwartet eine Strafe wegen hundertfachen Missbrauchs, eine härtere kriegt er eh nicht", sagt von Alvensleben. Er gehe davon aus, dass die Ermittlungen im Sande verlaufen.Dennoch sei seine Mandantin durch die Behauptungen immer noch aufgewühlt. „Sie wollte mit ihrer Aussage vor Gericht eigentlich abschließen und jetzt kocht alles wieder hoch", sagt der Anwalt. Er könne sich nur erklären, dass Andreas V. diese „Lüge" aus Rachemotiven verbreitet habe, schließlich hatte die Mutter das Kartenhaus des Angeklagten zusammenbrechen lassen. Welchen Nutzen dessen Verteidiger darin sehe, könne sich von Alvensleben nicht erklären. „Man muss so etwas nicht unterstützen."

Diese Kritik weist Johannes Salmen, Verteidiger des Hauptangeklagten Andreas V., von sich: „Mein Mandant und ich haben keinen Nutzen davon." Er habe die „glaubwürdige und unterschriebene" Aussage des 56-Jährigen bei der Detmolder Staatsanwaltschaft abgegeben. Oberstaatsanwältin Katja Erfurt bestätigte den Eingang der Strafanzeige: „Wir ermitteln in dem Fall, doch Beweise liegen derzeit noch nicht vor."

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